Direkt zum Inhaltsbereich

Vakuumpumpe bessert Potenz nach Prostatektomie

Die Vakuumpumpentherapie ist nicht nur für potenzschwache Männer eine Option, bei denen PDE-5Hemmer nicht geeignet sind. Das Gerät kann auch nach einer Prostata-Op den Schwellkörper trainieren.

Von Reimund Freye Veröffentlicht:

DRESDEN. Die Vakuumpumpe besteht aus einem Tubus, in welchen der Penis eingeführt wird. Mithilfe eines Unterdrucks fließt Blut in das Corpus cavernosum und es kommt zur Erektion. Ein anschließend an der Penisbasis aufgezogener Ring verhindert den venösen Abstrom. Auf diese Weise wird die Erektion aufrechterhalten; empfohlen ist maximal eine halbe Stunde, weil danach eine Hypoxie Gewebeschäden hervorrufen könnte.

"Achtsamkeit wird lediglich bei Patienten empfohlen, welche mit blutverdünnenden Medikamenten behandelt werden", hat Professor Frank Sommer aus Hamburg berichtet. Zudem handele es sich hierbei um eine Therapieform, die den Geldbeutel schont, sagte Sommer auf einer Veranstaltung des Unternehmens Kessel beim Urologenkongress in Dresden.

In der Regel besteht erst bei einer Behandlung mit Marcumar das Risiko einer Hämatombildung. Bei der Präventivdosis ASS von 100 mg sei diese eine Rarität. Ansonsten bestünden aber keinerlei Kontraindikationen für die Therapie. Daher sei die Vakuumpumpentherapie eine probate Hilfe für Patienten, bei denen eine Behandlung mit PDE-5-Hemmern nicht infrage kommt - etwa, weil sie Nitrate benötigen.

Eine andere Anwendungsoption ist die Wiederherstellung der Erektionsfunktion nach Prostata-Op, so der Urologe. In Studien führte der frühe Gebrauch der Vakuumpumpe bei 80 Prozent der Patienten nach radikaler nervschonender Prostatektomie zu einer geschlechtsverkehrsfähigen Erektion. Nach neun Monaten konnten sogar 32 Prozent die Rückkehr spontaner Erektionen konstatieren, bei 17 Prozent waren diese penetrationsfähig. Und: "Ein täglich 20-minütiges Schwellkörpertraining erhöht nicht nur die Erektionsfähigkeit, sondern wirkt ebenfalls der Schrumpfung des Penis entgegen." Nach einer Prostata-Op beträgt der Längenverlust ohne entsprechende Maßnahmen in der Regel etwa 2 cm.

Die Vakuumpumpe wird im Gegensatz zu den PDE-5-Hemmern von den Krankenkassen bezahlt und ist damit für die Betroffenen erheblich kostengünstiger als Medikamente. Allerdings ist auch eine Kombination mit PDE-5-Hemmern möglich.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Früherkennung von Bluthochdruck

Hypertonie: Wenn die Smartwatch in falsche Sicherheit wiegt

Kasuistik

Was hat die interstitielle Nephritis ausgelöst?

Lesetipps
Eine ältere Person hält drei Blisterstreifen mit Tabletten zwischen beiden Händen.

© wernerimages / stock.adobe.com

GeriPAIN-Leitlinie

Welche Schmerztherapien eignen sich für geriatrische Patienten?

Ein Hautarzt untersucht die Haut mit einem Dermatoskop auf Melanom.

© Iryna&Maya / stock.adobe.com

Vergleich mit anderen Ländern

Hautkrebs-Screening in Deutschland laut Studie ohne klaren Nutzen