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Insektengift

Vier Faktoren für erhöhte Schockgefahr

Insektenstiche können für Allergiker tödlich sein. Jetzt haben Forscher vier Faktoren ermittelt, mit denen Ärzte eine hohe Schockgefahr erkennen können.

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Autsch: Für Allergiker kann ein Wespenstich gravierende Folgen haben.

Autsch: Für Allergiker kann ein Wespenstich gravierende Folgen haben.

© ChriSes / fotolia.com

WÜRZBURG (dk). Welche Parameter treten im Zusammenhang mit schwerwiegenden anaphylaktischen Reaktionen nach Insektenstichen auf?

Das haben Dr. Johanna Stoevesandt und ihre Kollegen von der Universitätsklinik in Würzburg untersucht (J Allergy Clin Immunol 2012, online 3. Mai).

Dazu sichteten sie die Daten von 657 Insektengiftallergikern, die sich zwischen 2003 und 2010 in der Würzburger Klinik vorgestellt und die Kriterien für eine Immuntherapie erfüllt hatten.

172 Patienten (26 Prozent) hatten eine schwere allergische Reaktion, 277 Patienten (42 Prozent) eine mittelschwere Reaktion und 208 Patienten (32 Prozent) eine milde Reaktion.

Die Allergologen suchten in den Krankenakten zum einen nach patientenspezifischen Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht, kardiopulmonalen Erkrankungen und kardiovaskulären Medikamenten.

Zum anderen berücksichtigten sie Details im Zusammenhang mit der allergischen Reaktion: Von welchem Insekt und wohin war der Patient gestochen worden? Wie viel Zeit war zwischen Stich und ersten Symptomen vergangen? Traten Hautveränderungen auf?

Bei einigen Patienten mit mittelgradigen bis schweren Anaphylaxien war zudem der Basalwert der Serumtryptase (BST) gemessen worden.

Ergebnis: Bei vier Faktoren war danach das Risiko einer schweren Anaphylaxie signifikant erhöht: Serumtryptase-Werte über 11,4 µg/l, Fehlen einer Hautreaktion, hohes Alter und unmittelbare Symptome (weniger als fünf Minuten zwischen Stich und allergischer Reaktion).

Die anderen untersuchten Parameter blieben hingegen für das Schockrisiko ohne Bedeutung. So hatten Insektengiftallergiker, die an kardiopulmonalen Erkrankungen litten oder Betablocker, ACE-Hemmer oder beides einnahmen, nicht häufiger schwere Anaphylaxien als Patienten ohne diese Faktoren.

Fazit: Um bei Insektengiftallergie das Risiko einer schweren Anaphylaxie abschätzen zu können, ist auf vier Faktoren zu achten: auf das Alter der Betroffenen, auf eine mögliche Mastozytose, die sich in hohen BST-Werten niederschlägt, eine fehlende Hautreaktion sowie eine kurze Zeitspanne zwischen Stich und Anaphylaxie.

Eine kardiovaskuläre Medikation hingegen könnte als Risikofaktor bislang überbewertet worden sein.

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