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Wachstumsfaktor beugt Mukositis durch Krebstherapie vor

HAMBURG (awa). Mit einem Keratinozyten-Wachstumsfaktor ist bei Therapie-bedingter oraler Mukositis erstmals eine kausale Behandlung möglich: Häufigkeit, Schwere und Dauer der schweren Schleimhautentzündung gehen deutlich zurück.

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Von der Therapie profitieren Patienten mit hämatologischen Krebsformen, die vor einer Stammzelltransplantation mit einer Hochdosis-Chemotherapie und einer Ganzkörperbestrahlung behandelt werden. "Mehr als 90 Prozent dieser Patienten erkranken an einer oralen Mukositis. Davon können etwa 70 Prozent keine feste Nahrung (Schweregrad 3) oder sogar keine Flüssigkeit mehr schlucken (Grad 4)", sagte Professor Monika Engelhardt von der Universitätsklinik Freiburg.

Die Chemo- und Radiotherapie zerstört die Epithelschicht der Schleimhaut, es bilden sich tiefe Aphthen und Ulzerationen, die schmerzhaft sind und als Eintrittspforten für Bakterien, Viren und Pilze dienen können. Bisher habe es für die Therapie-bedingte orale Mukositis außer Mundspülungen kaum Behandlungsmöglichkeiten, vor allem keine Vorbeugung gegeben.

Das sagte Engelhardt auf einer Veranstaltung des Unternehmens Amgen beim Jahreskongreß der europäischen Gesellschaft für Knochenmark- und Blutstammzelltransplantation in Hamburg. Mit dem humanen rekombinanten Keratinozyten-Wachstumsfaktor Palifermin (Kepivance®) könnten Patienten mit dieser schweren unerwünschten Wirkung der Krebstherapie jetzt kausal behandelt werden. Die Substanz bindet an spezifische Oberflächenrezeptoren der Epithelzellen und regt dadurch deren Wachstum an.

Die Zulassung des Medikamentes beruhe auf den Ergebnissen einer randomisierten, doppelblinden Phase-3-Studie mit 212 Patienten, die eine Leukämie oder ein Lymphom hatten, berichtete Engelhardt. Sie erhielten an jeweils drei aufeinanderfolgenden Tagen vor und nach einer Konditionierungstherapie entweder täglich intravenös 60 Mikrogramm pro Kilogramm Palifermin oder ein Scheinpräparat. Konditionierung bedeutet: Vorbereitung einer Stammzelltransplantation mit fraktionierter Ganzkörperbestrahlung und Hochdosistherapie.

Im Vergleich zu einem Scheinpräparat verringerte sich mit Palifermin signifikant die Häufigkeit der schweren oralen Mukositis Grad 3 und 4 von 98 auf 63 Prozent und die Dauer von neun auf drei Tage. Auch die Dauer der Opioidtherapie war mit Palifermin kürzer - durchschnittlich elf statt vier Tage. Zudem benötigten die Patienten weniger davon - durchschnittlich 212 mg Morphin-Äquivalente im Vergleich zu 535.

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