Zuschlag erhalten

Innovationsfonds fördert vier Projekte der Techniker Kasse in NRW

Die Techniker Krankenkasse in Nordrhein-Westfalen hat bei der aktuellenInnovationsfondsrunde für vier Projekte den Zuschlag bekommen.

Ilse SchlingensiepenVon Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht:
Digital-Projekte werden beim Innovationsfonds gut angenommen. Elipfad ist ein telemedizinisches Projekt, von dem ältere, multimorbide Patienten profitieren sollen. (Symbolbild)

Digital-Projekte werden beim Innovationsfonds gut angenommen. Elipfad ist ein telemedizinisches Projekt, von dem ältere, multimorbide Patienten profitieren sollen. (Symbolbild)

© W PRODUCTION/stock.adobe.com

Düsseldorf. Die Techniker Krankenkasse (TK) in Nordrhein-Westfalen hat offenbar ein glückliches Händchen bei der Beteiligung an Projekten, die sich um Mittel aus dem Innovationsfonds bewerben. In der jüngsten Förderrunde zu neuen Versorgungsformen war die TK an vier Projekten beteiligt – alle haben den Zuschlag bekommen:

Elipfad (Personalisierter, interdisziplinärer Patientenpfad zur sektorübergreifenden Versorgung multimorbider Patienten mit telemedizinischem Monitoring). Ziel des Projekts der Uniklinik Köln ist die Verringerung der Rehospitalisierung von älteren multimorbiden Patienten durch die Vermeidung von Versorgungsbrüchen. Grundlage sind eine elektronische Patientenakte, Telekonsile, ein individuelles Übungsprogramm sowie der Einsatz smarter Endgeräte. Knapp 1000 Patienten sollen in zwei Jahren einbezogen werden.

EXPERT (Extremitätenboards zur Prozessoptimierung, Evaluation, Risikominimierung und Therapieoptimierung bei Frakturen mit Weichteilschäden oder post-operativer Infektion der unteren Extremitäten im Traumanetzwerk). Über das Projekt der Uniklinik Münster sollen bei betroffenen Patienten eine signifikante Senkung der Komplikationsrate und optimierte Behandlungsverläufe erreicht werden. Über einen telemedizinischen Zugang zu dem Expertenboard werden Ärzte zeitnahe Therapieempfehlungen erhalten. Ziele sind eine höhere Leitlinien-Adhärenz und Dokumentationsqualität sowie eine Verringerung des Antibiotikaverbrauchs und der Re-Operationsquote.

FrühstArt (Frühe, sektorenübergreifende, aufsuchende und familienzentrierte Adipositas Prävention). Das Projekt der Universität zu Köln will durch ein aufsuchendes familienzentriertes Coaching eine Verringerung des Body Mass Index Standard Deviation Score bei übergewichtigen und adipösen Kindern erreichen. Die lebensstilbezogene Gesundheitskompetenz der Kinder und ihrer Familien soll verbessert, die sektoren- und trägerübergreifende Vernetzung optimiert werden.

KoCoN (IT-gestützte sektorenübergreifende Patientenpfade für die Versorgung von Kindern mit komplex-chronischen neurologischen Erkrankungen). In dem Projekt der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln, an dem sich sechs große Kinderkliniken beteiligen, sollen weitreichende Diagnostik- und Therapieentscheidungen interdisziplinär und interprofessionell sowie patienten- und familienzentriert getroffen werden. Zur gewünschten Verbesserung der klinischen Versorgung gehört ein prä- und poststationäres Case-Management entlang definierter Patientenpfade.

Sieben Mitarbeiter beteiligt

„Das sind vier spannende Konzepte, die gut zu dem passen, was wir in Nordrhein-Westfalen machen“, sagt Barbara Steffens, Leiterin der TK-Landesvertretung NRW. „Wir freuen uns extrem, dass die Projekte, die wir für sinnvoll halten, auch durchkommen.“ Die Arbeit an den Innovationsfonds-Projekten ist für die TK mit einem großen Aufwand verbunden, betont Steffens.

Bei der Landesvertretung sind sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen mit diesem Thema befasst. „Über die Beteiligung an einem Projekt gibt es immer eine Abstimmung im Team“, berichtet die ehemalige nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin.

Vorzug für individuelles Budget

Ein wichtiger Aspekt aus Sicht der Kasse ist, dass viele Innovationsfonds-Projekte Digitalisierungs-Komponenten enthalten. „Das passt sehr gut in unser Konzept“, so Steffens.

Sie begrüßt, dass der Innovationsfonds verlängert wird, obwohl die TK lieber ein kassenindividuelles Innovationsbudget gesehen hätte. „Damit wäre man am Ende des Tages näher an der Versorgung“, glaubt sie.

Steffens hält es für wichtig, dass im Gesundheitswesen Finanzmittel zur Verfügung stehen, um neue Dinge auszuprobieren und zu evaluieren. Dabei sollten die Beteiligten immer im Blick haben, dass sie auch aus Misserfolgen lernen können. „Man kann aus den guten Bausteinen etwas Neues machen.“

Lesen sie auch
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

© Getty Images

STIKO-Empfehlungen

Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© Getty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© Viatris-Gruppe Deutschland

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Einsatz im Kriegsgebiet

Essener HNO-Ärztin hilft Menschen im Iran via Telemedizin

Herzchirurg mit Installateurfirma

Das Doppelleben des Dr. Jean-Philippe Grimaud: Arzt und Klempner

Lesetipps
Endoskopische Auffälligkeiten bei der Colitis ulcerosa

© Gastrolab / Science Photo Library

Interview

Das ist neu in der S3-Leitlinie Colitis ulcerosa

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Pro & Contra

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?