COSMO-Befragung

Selbst die Zange würde Ungeimpfte nicht zur Corona-Impfung aktivieren

Auch drastische Einschränkungen würden die Impfbereitschaft der Ungeimpften nicht erhöhen, offenbart eine neue COSMO-Befragung unter Bundesbürgern. Aber: Ein Großteil würde eine Impfpflicht für Ärztinnen und Pfleger begrüßen.

Von Florian StaeckFlorian Staeck Veröffentlicht:
Ungeimpfte auf Intensivstation nachrangig versorgen?

Ungeimpfte auf Intensivstation nachrangig versorgen? Auch ein solches hypothetisches Szenario würde bei Ungeimpften laut COSMO-Studie nicht die Impfbereitschaft steigern.

© Danny Gohlke / dpa

Berlin. Anders als eine allgemeine Corona-Impfpflicht wird eine entsprechende Pflicht für bestimmte Berufsgruppen von einer großen Mehrheit der Bürger begrüßt. Das geht aus der jüngsten Erhebungswelle der COSMO-Studie (COVID-19 Snapshot Monitoring) hervor.

Danach würden 71 Prozent der Antwortenden es befürworten, wenn es eine Impfpflicht für Ärztinnen und Ärzte gäbe. 70 Prozent würden eine entsprechende Regelung für Pflegekräfte befürworten.

Unter den Nicht-Geimpften gibt es offenbar nur eine Minderheit, die für eine Impfung zu gewinnen ist: Sieben Prozent aus dieser Gruppe bezeichnen sich als „impfbereit, 29 Prozent als „unsicher“ oder „zögerlich“. Dagegen stufen sich 64 Prozent der Ungeimpften als „Impfverweigerer“ ein.

Ungeimpfte unterscheiden sich nach Darstellung der COSMO-Autoren nicht von Geimpften im Hinblick auf demografische Merkmale wie Geschlecht, Schulbildung oder beruflicher Tätigkeit. Sie seien jedoch tendenziell jünger, zudem ist der Anteil der Ungeimpften in Ostdeutschland höher als in den alten Länden.

Nachrangig auf Intensiv versorgt?

Einschneidende Corona-Maßnahmen für Ungeimpfte werden erwartungsgemäß von dieser Gruppe deutlich anders bewertet als von Geimpften. So wurden die COSMO-Teilnehmer gefragt, ob sie hypothetisch eine nachrangige Versorgung von Ungeimpften auf Intensivstationen befürworten würden – sie würden nur dann aufgenommen, wenn Betten für alle Patienten ausreichen.

85 Prozent der ungeimpften Befragten lehnte diese Forderung ab, unter den Geimpften waren es mit 55 Prozent deutlich weniger. Dagegen würden 31 Prozent derer, die bereits geimpft sind, einem solchen Szenario zustimmen.

Lesen sie auch

Ähnlich verhält es sich mit der hypothetischen Forderung nach einem Lockdown nur für Ungeimpfte: 88 Prozent der Befragten ohne Impfschutz würde einen solchen Schritt ablehnen. Unter den Geimpften hingegen würde eine Mehrheit (55 Prozent) einen solchen Teil-Lockdown befürworten, nur 31 Prozent wären dagegen.

Ungeimpfte wurden anschließend gefragt, ob die tatsächliche Umsetzung dieser hypothetischen Maßnahmen ihre Impfbereitschaft verändern würde – doch keine dieser beiden Maßnahmen führte zu einer Steigerung der selbstberichteten Impfakzeptanz.

76 Prozent bereit für eine Booster-Impfung

Drei von vier Befragten (76 Prozent), die bereits geimpft sind, zeigt sich laut Befragung bereit für eine Booster-Impfung. Weitere zehn Prozent bezeichnen ihre Bereitschaft zu einer Auffrischungsimpfung als mittel. 14 Prozent stehen einer weiteren Impfung skeptisch gegenüber.

In vielen Fällen wird die Notwendigkeit eines Boosters nicht gesehen oder es wird darauf verwiesen, dass noch keine sechs Monate seit der zweiten Impfung vergangen sind. Ein kleinerer Teil der Befragten verweist als Begründung für ihre Skepsis auf die Nebenwirkungen der Impfung, die sie erlebt haben.

Bei der COSMO-Befragung handelt es sich um eine bundesweite Quotenstichprobe, für die regelmäßig 1000 Erwachsene befragt werden.

Mehr zum Thema

100 Jahre Insulintherapie

Diabetologen machen Lücken in der Versorgung von Kindern aus

Vor Bund-Länder-Gesprächen

Scholz schließt rasche Lockerungen wegen Omikron-Welle aus

Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Dr. Claudia Vollbracht

© [M] Privat; Christoph Burgstedt / Getty Images / iStock

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Appell zur adjuvanten Vitamin-C-Therapie bei Krebs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pascoe
Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

© designer491 / Getty Images / iStockphoto

Long-COVID

Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Thomas Georg Schätzler

Frei nach dem Motto: "Wasch mir den Pelz, aber mach' mich nicht nass!"

ÄrztInnen, MFA-, Pflege- und Logistikkräfte in Kliniken bzw. Praxen, immer ran an die Impfung, die man für sich persönlich aus den fadenscheinigsten Gründen ablehnt.

Da werden fehlende Langzeitfolgen-Studien und angebliche Lebenszeichen von diversen
m-RNA-Vakzinen vorgeschoben. Und sollte es tatsächlich ein Vollvirus-Totimpstoff sein, werden Aluminium, Quecksilber oder Parabene Konservierungsmittel als potenzielle Hinderungsgründe erfunden, im sich vor notwendigen Anti-Sars-CoV-2/COVID-19 Schutzimpfungen zu drücken.

Es ist zum Davonlaufen, was manche gestandenen Fußballprofis, eigentlich solide fundierte Philosophen und krachend gescheiterte Linkspopulistinnen so alles von sich geben...Ihr Chor wird ergänzt durch pensionierte Bakteriologen und grundlagenforschende EhepartnerInnen im Publikationswahn, Infektionsepidemiologen, die sich dafür halten, maximal frustrierte und narzisstisch schwerst dauergekränkte Ex-US-Präsidenten, brasilianische Bolsonaros (bolso portugiesisch = Geldbeutel, Brieftasche) bzw. sonstige Corona-Leugner, Covidioten, Verschwörungstheoretiker und Alu-Hutträger.

"Oh lieber Herr St. Florian, schütz' mich Ungeimpften vor Corona und lass die Drecksarbeit von mir aus die Geimpften machen"???

Mf+kG, Ihr Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Olaf Scholz ist von der Entscheidung Bayerns, die 2G-Plus-Regel in der Gastronomie nicht umzusetzen, etwas angefressen.

© John Macdougall / AFP Pool / picture alliance

Vor Bund-Länder-Gesprächen

Scholz schließt rasche Lockerungen wegen Omikron-Welle aus