„ÄrzteTag“-Podcast

Vor welche Probleme stellt die Digitalisierung Ihre Praxis, Herr Eckert?

eAU gestartet, E-Rezept vor Augen: Bei Ärzten ziehen immer mehr digitale Prozesse ein. Im „ÄrzteTag“-Podcast berichtet Hausarzt Moritz Eckert von den Erfahrungen in seiner Praxis und erläutert, warum Digitalisierung noch häufig Mehrarbeit bedeutet.

Von Margarethe UrbanekMargarethe Urbanek Veröffentlicht:
Hausarzt Moritz Eckert hat seine Praxis in Herzberg am Harz.

Hausarzt Moritz Eckert hat seine Praxis in Herzberg am Harz.

© Porträt: privat | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens beschäftigt die Ärzteschaft gerade an einigen Stellen. Als am 1. Oktober etwa die elektronische AU-Bescheinigung an den Start ging, überschlugen sich die Nachrichten: Während die gematik schnell zu beschwichtigen versuchte, häuften sich bei den Ärzten die Fehlermeldungen.

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In dieser „ÄrzteTag“-Episode berichtet Moritz Eckert, Hausarzt in Herzberg am Harz, von seinen Erfahrungen mit der Digitalisierung in der Praxis. Zwar hätten sich die anfänglichen Probleme mit der eAU inzwischen gelegt, ganz rund läuft die Anwendung aus seiner Sicht aber noch nicht. Derzeit bringe sie den Mitarbeitern vor allem Mehrarbeit ein, die sich nicht rechne.

Und auch mit Blick auf den 1. Januar 2022 und die geplante Einführung des E-Rezepts schwant Eckert Übles. Im Podcast bringt er deshalb seinen Wunsch an die Verantwortlichen an: Die Ärzteschaft sei grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber der Digitalisierung, so Eckert, aber sie müsse sinnvoll sein und echten Mehrwert bringen.

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Kommentare
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Dass die Ärzte die Kosten dieses Projekts tragen, das war doch absehbar: Schon 2006 hat ein Gutachten, von der ge-matik in Auftrag gegeben (Autoren: Booz, Allen, Hamilton), bei der Kosten-Nutzen-Betrachtung über fünf bzw. zehn Jahre (Seiten 21 und 24 des Gutachtens) festgestellt: Der Nutzen liegt allein bei den Krankenkassen, die Kosten tragen überwiegend die Ärzte. Der Nutzen für unsere Patienten ist homöopathisch.

Lutz Steigleder

Ergänzung zur Aussage von Dr. Eckert zur Finanzierung u. Erstattung der TI-Kosten in der Arztpraxis: Bei einem Webinar im Rahmen des Internistenkonkresses empfahl der Gematik-Geschäftsführer Herr Leyck Dieken mit Einführung des eRezepts die Aufstellung von Kartenlesergeräten in JEDEM Sprech-/Behandlungszimmer. Da sind wir bei größeren BAGs und MVZs gleich mal bei 20, 30, 50 oder mehr Geräten zu einem Einzelpreis von ~ 665,- EUR (ORGA 6141). Der selbe Herr empfiehlt auch zwingend die Umstellung von Nadel- auf Laserdrucker für den Barcodeausdruck beim eRezept. All diese "Zusatzkosten" werden von der Gematik od. der KV nicht erstattet. Herr Dr. Eckert beschreibt sehr anschaulich den erheblichen personellen Mehraufwand von Arzt und MFA bei TI-Ausfällen, halb-digitalen halb-analogen Prozessen und deutlich veränderten Workflow in den Praxen. Einsparungen gibt es so nur auf Seiten der Krankenkassen.


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