SARS-CoV-2-Impfstoff

Geberkonferenz weckt viele Hoffnungen

Am Nachmittag sollen bei einer Online-Geberkonferenz gut sieben Milliarden Euro für die Forschung und Entwicklung eines Impfstoffs sowie von Medikamenten gegen COVID-19 eingesammelt werden. Deutschland hat dabei eine Zusage über insgesamt 525 Millionen Euro gegeben.

Veröffentlicht: 04.05.2020, 13:13 Uhr
Geberkonferenz weckt viele Hoffnungen

Hat die Internationale Geberkonferenz einberufen: EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen.

© Photoshot / picture alliance

Brüssel/Berlin/London. Kurz vor Beginn der internationalen Geberkonferenz hat sich der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Professor Klaus Cichutek, optimistisch gezeigt, dass ein Impfstoff innerhalb der nächsten 15 bis 18 Monate zur Verfügung stehen könnte. „Wir hoffen, dass wir die Zeit unterschreiten“, sagte Cichutek im ZDF-Morgenmagazin.

Positiv bei der Suche nach einem Impfstoff stimme ihn, dass dem Paul-Ehrlich-Institut nach den derzeit laufenden Impfungen im Rahmen der ersten klinischen Studie in Deutschland keine besonderen Auffälligkeiten gemeldet wurden. Zudem wisse man genau, was das Antigen im Impfstoff sein muss, um zu einem Schutz zu kommen. Es werde im Laufe des Jahres vier klinische Prüfungen in Deutschland geben.

Erfreulich sei, dass sich viele Konsortien auf akademischer und industrieller Ebene gebildet hätten, die bei der Entwicklung eines Impfstoffs zusammenarbeiteten. „Auch hat das Paul-Ehrlich-Institut ein internationales Netzwerk, das mithilft, den Entwicklungspfad zu ebnen“, sagte Cichutek.

442 Millionen Euro aus Großbritannien

Noch vor Beginn der Geberkonferenz hat Großbritannien angekündigt, für die weltweite Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus 388 Millionen Pfund (etwa 442 Millionen Euro) zur Verfügung zu stellen.

„Um diese Schlacht zu gewinnen, müssen wir zusammenarbeiten, um einen unbezwingbaren Schutzschild um alle Menschen zu bauen“, teilte Premierminister Boris Johnson am Montag in London mit. „Das Rennen um den Impfstoff sei „kein Wettbewerb zwischen Ländern, sondern das dringendste gemeinsame Unterfangen unseres Lebens“.

Deutschland hat ebenfalls insgesamt 525 Millionen Euro zugesagt. „Deutschland hat maßgeblich zu einem guten Auftakt des Finanzierungsmarathons zur Bekämpfung der globalen Corona-Pandemie beigetragen“, kommentiert die internationale Bewegung ONE die Zusage. Sie vervies zugleich aber darauf, dass die heutige COVID-19-Finanzierungskonferenz insgesamt nur ein erster Schritt im Kampf gegen das Virus sein könne. „Alle Geber müssen nochmal zulegen, auch die Bundesregierung“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Im Kampf gegen die Pandemie will eine weltweite Allianz mindestens 7,5 Milliarden Euro Anschubfinanzierung zusammenbringen – außer für Impfstoffe wird das Geld auch für Arzneien und Tests gesammelt.

Die für Montagnachmittag geplante Online-Konferenz, an der unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron teilnehmen wollten, wird von der EU-Kommission ausgerichtet. Ziel ist es, schnell Gegenmittel auf den Markt zu bringen und dann preiswert weltweit zugänglich zu machen.

WHO als Welt-Pandemie-Zentrum

Auch Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) setzt auf eine international deutlich verstärkte Zusammenarbeit. „COVID-19 besiegen wir nur weltweit oder nicht. So wie es bei Pocken, Masern oder Polio gelungen ist“, sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Nötig sei eine „globale Zusammenarbeit in einer völlig neuen Dimension“.

„Die WHO sollte etwa zu einem Welt-Pandemie-Zentrum werden mit einem globalen Forschungsverbund und einem gezielten Monitoring und Frühwarnsystem“, schlug Müller vor. „Und für die Zeit, wenn ein Impfstoff vorhanden ist, bereiten wir mit der globalen Impfallianz Gavi bereits eine weltweite Impfkampagne vor.“

Ärzte ohne Grenzen: Arme Länder nicht benachteiligen

Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ fordert von den Teilnehmenrn „konkrete und transparente Regeln für eine gerechte Verteilung von Medikamenten und Impfstoffen“. Die durch die öffentlichen Gelder zu entwickelnden Mittel müssten alle Menschen weltweit erreichen, vor allem die am stärksten Gefährdeten.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte die Geberkonferenz einberufen, bei der Staats- und Regierungschefs und Organisationen aus aller Welt Spenden zusagen können. (chb/dpa)

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