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Geld-zurück-Garantie für CAR-T-Zell-Therapie

Ein innovatives Erstattungsmodell für eine CAR-T-Zell-Therapie haben Kassen und Novartis vereinbart: Dabei gibt es Geld zurück, wenn der behandelte Patient innerhalb eines bestimmten Zeitraums stirbt.

Veröffentlicht: 06.03.2019, 12:35 Uhr

DÜSSELDORF / NÜRNBERG. Erstmals in Deutschland haben Krankenkassen und ein Pharmaunternehmen ein besonderes Erstattungsmodell für eine CAR-T-Zell-Therapie ausgehandelt.

Der Hersteller Novartis will künftig einen Teil der Kosten für Tisagenlecleucel (Kymriah®) an die Kassen zurückerstatten, wenn der behandelte Patient binnen einem festgelegten Zeitraum stirbt. Das teilten Novartis und die GWQ ServicePlus AG am Mittwoch mit.

GWQ vertritt zahlreiche Betriebskrankenkassen, die großteils auch Aktionäre der Gesellschaft sind. Der sogenannte Pay-for-Outcome-Vertrag gilt für die Krankenkassen der GWQ. Details, etwa wie hoch die mögliche Rückerstattung ist oder wie lange der Mindestzeitraum für das Überleben beträgt, teilten die Vertragspartner zunächst nicht mit.

Kymriah® ist seit Sommer 2018 in der Europäischen Union zugelassen. Es kann eingesetzt werden bei Patienten im Alter bis 25 Jahre mit einer akuten lymphoblastischen B-Zell-Leukämie (ALL), wenn sie therapierefraktär sind oder ein Rezidiv entwickelt haben.

Auch bei Erwachsenen mit einem rezidivierenden oder refraktären diffus großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) kann es ab der Drittlinie eingesetzt werden.

Kosten von 320.000 Euro pro Patient

Die Kosten für eine derartige Behandlung sind bisher auf 320.000 Euro je Patient angegeben worden. Auch die Techniker Kasse hat erst kürzlich ein neues Preismodell für diese neue Generation von Arzneimitteln gefordert.

Die Behandlung erfolgt nur ein einziges Mal. Dabei wird die Therapie in einem individualisierten Herstellungsprozess für jeden einzelnen Patienten aus körpereigenen Immunzellen hergestellt. Für die Zelltherapie komme in Deutschland nur eine Patientenpopulation von wenigen hundert Patienten in Frage, heißt es.

In der GWQ-Gemeinschaft sind Kassen mit rund 12,8 Millionen Versicherten organisiert. (nös/fst)

Wir haben den Beitrag aktualisiert am 06.03.2019 um 14:38 Uhr.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Gezahlt wird für den Erfolg

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