Großbritannien

Hausärztefordern mehr Geld für psychisch Kranke

Psychisch kranke Patienten in England suchen zunehmend Hausärzte zur Behandlung auf. Die Ärzte fordern von der Regierung unter anderem mehr Geld.

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LONDON. Britische Hausärzte haben von der Londoner Regierung „deutlich mehr Anstrengungen und Geld“ für die Behandlung von psychischen Krankheiten gefordert.

Der Hintergrund ist ernst: In Großbritannien kommen immer mehr Patienten mit psychischen Leiden in ihre örtliche Hausarztpraxis, ohne dass ihnen dort effektiv geholfen werden kann.

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass jede vierte junge Frau im Alter zwischen 17 und 19 Jahren psychisch krank oder zumindest auffällig ist. Besonders häufig diagnostiziert: Depressionen und Angstzustände. Gleichzeitig fehlt es aber an geeigneten Versorgungsangeboten für diese und andere psychisch kranke Patienten.

Experten sagen, dass es einen kausalen Zusammenhang gebe zwischen psychischen Erkrankungen und sozialen Problemen wie Armut und Arbeitslosigkeit. Der staatliche britische Gesundheitsdienst (National Health Service, NHS) ließ kürzlich dazu landesweit fragen, ob es in den jeweiligen Regionen Evidenz für diese These gebe.

Ergebnis: Von den insgesamt 35 befragten lokalen Gesundheitsverwaltungen berichteten 32 Bezirke, dass es in ihrer Region eindeutige Zusammenhänge gebe. 34 der 35 befragten Bezirke gaben zu Protokoll, man habe einen kausalen Zusammenhang zwischen Geldsorgen und psychischen Krankheiten festgestellt.

33 der 35 Bezirke berichteten ferner, dass als Folge steigender Obdachlosigkeit die Nachfrage nach psychischen Versorgungsangeboten in ihrer Region gestiegen sei. Auch die seit Jahren chaotisch und unbefriedigend verlaufende Reform der Sozialleistungen im Königreich führen laut NHS dazu, dass mehr Patienten psychisch krank werden und fachärztliche Hilfe brauchen.

Das Problem für die britischen Hausärzte: Weil die Versorgungsangebote für psychisch kranke Patienten im stationären und ambulanten Sektor nicht zuletzt wegen Brexit-bedingter Geldknappheit zusehens gekürzt werden, landen immer mehr psychisch kranke Patienten in den Hausarztpraxen.

Das Londoner Gesundheitsministerium bot jetzt zumindest Gespräche mit den hausärztlichen Berufsverbänden an mit dem Ziel, Lösungen zu finden. (ast)

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