Rheuma

Jungen Patienten drohen Behandlungsbrüche

Rheumatische Erkrankungen sind weit verbreitet. Das spiegelt sich in der vertragsärztlichen Versorgung nicht wider. Mit der Volljährigkeit drohen Patienten Behandlungsbrüche.

Anno FrickeVon Anno Fricke Veröffentlicht:

BERLIN. Fachleute haben in Berlin vor einer Unterversorgung mit internistischen Rheumatologen gewarnt. Patienten verlören dadurch wertvolle Zeit, was die Therapie erschwere und die Raten von Infarkten und Schlaganfällen erhöhe.

Weniger als 1000 Angehörige dieser Fachgruppe seien an der vertragsärztlichen Versorgung beteiligt, sagte Professor Ulf Müller-Ladner im aus Bad Nauheim im Vorfeld des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie in Frankfurt/Main. Mehr als 600 würden zusätzlich gebraucht. Bei selteneren Indikationen wie der Schuppenflechte-Gelenkentzündung, entzündlichen Wirbelsäulenerkrankungen, sowie den rheumatischen Erkrankungen von Blutgefäßen und Bindegewebe könne die Spanne vom ersten Arztbesuch bis zum Beginn der richtigen Therapie ein bis fünf Jahre dauern.

Defizite konstatieren die Rheumatologen auch beim Übergang jugendlicher Rheumatiker ins Erwachsenenalter. Etwa ein Promille der Kinder in Deutschland erkrankt an einer chronischen rheumatologischen Erkrankung, meist im Alter von zwei bis sechs Jahren, berichtete Dr. Christoph Rietschel, Jugendrheumatologe in Frankfurt.

Derzeit seien 15.000 Kinder und Jugendliche betroffen. Ihre Versorgung durch Kinder- und Jugendärzte mit der Spezialisierung quot;Kinder- und Jugendrheumatologiequot; sowie in Spezialambulanzen an Kliniken sei flächendeckend gut. quot;Diese Betreuungsmöglichkeiten enden schlagartig mit dem 18. Geburtstagquot;, sagte Rietschel. Danach lande der Patient oft unbetreut im quot;rheumatologischen Niemandslandquot;. In diesem Alter bewege sich der junge Mensch in Bezugsgruppen, die alles andere im Kopf hätten als mit chronischen Erkrankungen umzugehen. Ohne geregelte und beaufsichtigte Behandlung nehme die Termintreue ab.

Rietschel forderte die Kassenärztlichen Vereinigungen und die gesetzlichen Krankenkassen auf, eine Übergangsphase bis zum 21. Lebensjahr zuzulassen, in der die Jugendärzte und die Erwachsenenmediziner die Patienten eventuell auch unter Einbeziehung von Fallmanagern auf den selbstständigen Umgang mit der Krankheit vorbereiten könnten. quot;Die überlappende Betreuung mit in der Regel einem einzigen Übergabetermin ist nicht genugquot;, warnte Rietschel.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vergleich der Kreise

Wo sich besonders wenige Senioren gegen Pneumokokken impfen lassen

„Sprechende Medizin“ beim Bayerischen Rundfunk

Hausarzt Schelling klärt im Radio über wichtige Gesundheitsthemen auf

Cochrane Review zu Ginkgo biloba

Ginkgo biloba: Kein Nutzen bei MCI, geringe Effekte auf Demenz

Lesetipps
Menschen im Park machen Qigong-Übungen

© zinkevych / Stock.adobe.com

Nutzen durch randomisierte Studie belegt

Qigong-Übungen senken erhöhten Blutdruck

Tablette, auf der GLP-1 steht

© THIBNH / Generated with AI / Stock.adobe.com

Neuer GLP-1-Rezeptoragonist

Orforglipron: Bekommt Semaglutid jetzt Konkurrenz?