Berufspolitik

Mainzer Todesfälle lösen Hygiene-Debatte aus

BERLIN (HL). Der Tod dreier frühgeborener Säuglinge durch Infektionen hat eine breite politische Debatte über die hygienischen Zustände in deutschen Krankenhäusern und über die Verantwortung unter anderem der Bundesländer ausgelöst.

Veröffentlicht: 25.08.2010, 15:18 Uhr
Mainzer Todesfälle lösen Hygiene-Debatte aus

Hygiene-Vorkehrungen in der Praxis: Ein Ultraschallkopf wird auf Bakterien untersucht. Fraglich ist jedoch, ob solche Vorsichtsmaßnahmen auch konsequent umgesetzt werden.

© blickwinkel / imago

Tatsache ist: Jährlich erkranken zwischen 700 000 und einer Million Patienten an Nosokomialinfektionen; bis zu 50 000 Patientern sterben daran. Bereits 2005 hat die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) der Länder eine WHO-Resolution angenommen. Jetzt ist für den Herbst eine Sondersitzung zu MRSA geplant.

Hygieniker wie Professor Hennig Rüden (Helios) fordern, dass die Empfehlungen des RKI durch Hygieneverordnungen der Länder für Kliniken verbindlich gemacht werden. Jede Klinik müsse ärztliche Hygienebeauftragte haben, allerdings mit praktischem Bezug zu ihrem Fachgebiet. Unabdingbar sei eine hauptamtliche Hygiene-Fachschwester; hier seien jedoch die Ausbildungskapazitäten zu gering.

Rüden beklagt, dass nur 600 von 2200 Krankenhäuser an einer systematischen Erfassung von Nosokomialinfektionen teilnehmen. Drei Viertel der Krankenhäuser haben danach überhaupt keine vergleichenden Erkenntnisse über ihre Hygiene-Qualität.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund: Krankenhaus-Hygiene: "Wir wissen, wie es geht - machen aber nichts"

Lesen Sie dazu auch: Kliniken reagieren auf Infusionspanne Drei tote Säuglinge in Mainz - Uniklinik sucht das Leck Koalition will einheitliche Hygiene-Regeln Sterilitätsnachweis von Infusionen dauert Tage

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