Coronavirus-Epidemie

Merkel: „Es geht ums Zeit gewinnen!“

Die Bundeskanzlerin stellt sich der Herausforderung durch das Coronavirus. „Wir werden als Land alles Notwendige tun“, sagte Angela Merkel am Mittwoch in Berlin.

Von Anno Fricke Veröffentlicht:
Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich auf der Bundespressekonferenz zusammen mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (M.)  und RKI-Präsident Lothar H. Wieler zur Corona-Krise.

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich auf der Bundespressekonferenz zusammen mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (M.) und RKI-Präsident Lothar H. Wieler zur Corona-Krise.

© Anno Fricke

Berlin. Das Gesundheitssystem dürfe nicht überlastet werden. Die Ausbreitung des Coronavirus-SARS CoV-2 müsse daher konsequent verlangsamt werden: „Es geht um das Zeit gewinnen“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwochmittag in der Bundespressekonferenz.

Zur unmittelbaren Bekämpfung des Virus und zur Förderung der Forschung an Therapie- und Impfstoffen werde die Regierung in einem Sofortprogramm eine Milliarde Euro zur Verfügung stellen.

Sie werde zudem ein Expertengremium aus Virologen zusammenstellen. Eingebunden werden solle die internationale „Coalition for Epidemic Preparedness Innovations“ (CEPI), die sich die Impfstoffentwicklung auf die Fahnen geschrieben hat.

Merkel: „Das ist erst der Anfang“

Das Land stehe am Anfang einer Entwicklung, die man noch nicht einordnen könne, so Merkel. Das Virus sei auch eine europäische Herausforderung. Im Moment könne die Regierung aber nicht an jeder Stelle Lösungen anbieten. „Wir werden als Land alles Notwendige tun“, sagte Merkel auf die Frage, ob es sich um eine historische Situation handele wie die Bankenkrise 2008.

Merkel betonte, Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mache einen „tollen Job in schwieriger Situation“. Da könne sich jeder drauf verlassen.

Das Ziel sei, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sagte Spahn. „Je weniger Menschen gleichzeitig behandelt werden müssten, desto besser könne das Gesundheitssystem auf die Herausforderungen reagieren. Ein „echter Engpass“ sei die Versorgung mit der Ausrüstung für die Beatmungsmedizin. Von den 28.000 Intensivplätzen seien 25.000 mit Beatmungsgeräten ausgerüstet. Die ständen aber im Moment nicht leer.

Beatmungsgeräte leasen

Der Krisenstab von Bundesinnen- und Bundesgesundheitsministerium hatte bereits am Dienstagabend die „Dringlichkeit der Beschaffung von intensivmedizinischen Kapazitäten“ festgestellt und das BMG aufgefordert, diese „zentral“ zu beschaffen.

Bei der Deutschen Krankenhausgesellschaft wird dieser Beschluss dahingehend interpretiert, dass das Ministerium eventuell als zentraler Leasingnehmer von Beatmungsgeräten auftreten könne. Dann müsse nicht jedes Krankenhaus einzeln mit den Herstellern verhandeln.

Der SPD-Gesundheitsexperte Professor Karl Lauterbach hatte am Vormittag beim Nachrichtensender „Phoenix“ vorgeschlagen, Krankenhäuser stärker nach Corona-Versorgern und Corona-Nichtversorgern zu differenzieren. Dann ließe sich die Ausbreitung des Virus besser eindämmen.

Patientenklientel verändert sich

Diese Aussage wollte die Krankenhausseite nicht kommentieren. Jedes Krankenhaus werde voraussichtlich Corona-Patienten bekommen. Klar sei, dass nicht jede Klinik noch Kapazitäten habe, Räume so auszustatten, dass sie für die intensivmedizinische Betreuung genutzt werden könnten. Nicht überall könne High Tech mit Überwachungsmonitoren installiert werden.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Professor Lothar Wieler, forderte bei der Pressekonferenz mit Merkel und Spahn, dass die Krankenhäuser sich darauf einstellen sollten, dass das Klientel sich verändere. Es werde mehr Patienten geben, die intensivmedizinisch betreut und beatmet werden müssten.

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