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Wirrwarr

Wie Großbritanniens COVID-Testpflicht am eigenen Unvermögen scheitert

Wer aus der EU nach Großbritannien einreist, muss zuvor einen Corona-Test an die dortige Adresse bestellen – doch die kommen selten an.

Arndt StrieglerVon Arndt Striegler Veröffentlicht:
Einreisen und testen lassen. So ist es in Großbritannien vorgeschrieben, funktioniert aber offenbar nicht wirklich.

Einreisen und testen lassen. So ist es in Großbritannien vorgeschrieben, funktioniert aber offenbar nicht wirklich.

© Roland Weihrauch/ dpa

London. In Großbritannien kommt es offenbar regelmäßig und massenhaft vor, dass die von den ins Land einreisenden Patienten vor Abflug verlangten und gebuchten COVID-Tests gar nicht erst ausgeliefert werden. Das macht die von Premierminister Boris Johnson gepriesene „weltbeste COVID-Prävention“ zur Farce.

Wie Recherchen der „Ärzte Zeitung“ ergaben, warten nach Großbritannien einreisende Patienten, die zum Beispiel nach einem Urlaub in die Heimat zurückkehren, oder die geschäftlich oder privat ins Königreich müssen, oftmals vergeblich auf die von der Londoner Regierung vorgebuchten COVID-Selbsttests.

„Ich bin in den vergangenen Monaten mehrfach von Deutschland aus nach Großbritannien geflogen, weil ich dort beruflich zu tun hatte“, so der schwedische Architekt Tommy Gymnander zur „Ärzte Zeitung“. „Jedes Mal habe ich die Tests vor dem Abflug bestellt und bezahlt und jedes Mal wartete ich in London dann vergeblich auf die Auslieferung.“

Gesundheitsministerium schaut weg

Andere Reisende berichten ähnliches. Recherchen der „Ärzte Zeitung“ in London ergaben, dass das Gesundheitsministerium offenbar von diesen Pannen weiß, anscheinend aber nichts tut, um die Situation zu verbessern.

Hintergrund: Wer zum Beispiel aus Deutschland oder aus den meisten anderen EU-Ländern auf die Insel möchte, muss vor dem Abflug online einen COVID-Test buchen, der an eine Adresse, die der Reisende angibt, verschickt wird. Die Tests kosten rund 100 Euro und müssen laut britischen Vorschriften am zweiten Tag nach der Einreise vom Patienten vorgenommen und eingeschickt werden.

Hauptsache positive Einstellung

Oft erhält der Patient am zweiten Tag sogar einen Telefonanruf eines Mitarbeiters des staatlichen Test-and-Trace-Programms, um sie oder ihn an die Testpflicht zu erinnern. „Als ich der freundlichen Anruferin sagte, dass mein Test nicht angekommen sei, wirkte sie aber überhaupt nicht überrascht“, so Gymnander. „Stattdessen sagte sie mir, es sei wichtiger, dass ich eine positive Einstellung zum Testen habe – das macht das ganze Präventionssystem der Briten zur Lachnummer.“

Britische Medien berichten, dass die bei der Einreise nach Großbritannien verlangten gebuchten Tests offenbar „tausendfach und systematisch“ nie beim Empfänger ankommen. Ein Sprecher des Londoner Gesundheitsministeriums wollte sich auf Anfrage der „Ärzte Zeitung“ nicht konkret zu den Vorwürfen äußern.

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