BÄK, KBV, BZÄK und KZBV

Ärzte und Zahnärzte setzen sich für Sonderbonus an MFA und ZFA ein

Medizinische und Zahnmedizinische Fachangestellte sind systemrelevant und sollten den Sonderbonus erhalten. Das fordern in seltener Einmut die Spitzen der ärztlichen und zahnärztlichen Körperschaften.

Veröffentlicht: 22.08.2020, 09:15 Uhr

Berlin. Der Ruf nach einem steuerfinanzierten Sonderbonus für Medizinische und Zahnmedizinische Fachangestellte (MFA und ZFA) wird lauter. Nachdem zunächst der Verband medizinischer Fachberufe (VmF) und später auch der Ärzteverband Medi Geno entsprechende Forderungen gestellt hatten, haben sich jetzt auch die ärztlichen und zahnärztlichen Körperschaften dafür ausgesprochen.

Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK) Dr. Klaus Reinhardt, der Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) Dr. Peter Engel sowie der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) Dr. Andreas Gassen und der Vorstandsvorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) Dr. Wolfgang Eßer haben einen offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geschrieben.

Hohe Fehlzeiten wegen SARS-CoV-2

Dort heißt es: „Im Rahmen der nun laufenden Diskussion um die Gerechtigkeit bei der Zahlung eines steuerfinanzierten Sonderbonus halten wir es für angebracht, dass Medizinische und Zahnmedizinische Fachangestellte ebenso berücksichtigt werden.“

Die Praxisteams hätten während des Lockdowns „unter kritischen Bedingungen gearbeitet, weil Schutzmaterial nicht ausreichend zur Verfügung stand“, heißt es weiter. Die Fehlzeiten wegen Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 in den beiden Berufsgruppen lägen auf gleichem Niveau wie bei Alten- und Krankenpflegern und damit rund 2,5mal so hoch wie bei AOK-Versicherten insgesamt.

Regelmäßige kostenfreie Tests

„In diesem Zusammenhang ist es unverständlich, warum MFA und ZFA, wie auch andere Gesundheitsberufe im niedergelassenen Bereich, bei der Nationalen Teststrategie SARS-CoV-2 nicht berücksichtigt wurden“, schreiben die Chefs der Körperschaften weiter. Ihnen müssten „regelmäßige kostenfreie Tests eingeräumt werden“.

Hinzu komme, dass das mittlere Arbeitsentgelt bei MFA und ZFA nach Daten der Arbeitsagentur sogar noch unterhalb des Gehalts etwa von Alten- und Krankenpflegern liege. MFA und ZFA müssten daher „als systemrelevante Berufe neu bewertet werden“ und mehr Wertschätzung von der Gesellschaft erhalten. (ger)

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