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Als PJ-ler auf Schnupperkurs mit der Chemie

Medizinstudenten in Mainz eröffnen sich neue Perspektiven. Von nächstem Jahr an können sie während des Praktischen Jahres Arbeitsmedizinern über die Schulter schauen - live beim Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen, der neuen Akademischen Lehrpraxis der Uni Mainz.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
BASF öffnet Mainzer PJ-lern den Zugang zur Arbeitsmedizin im Studium.

BASF öffnet Mainzer PJ-lern den Zugang zur Arbeitsmedizin im Studium.

© BASF

MAINZ / LUDWIGSHAFEN. Neuland können Medizinstudenten der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ab kommendem Jahr betreten. Konkret können sie dann Teile ihres Wahlfachs Allgemeinmedizin im Praktischen Jahr (PJ) bei dem Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen absolvieren (wie kurz berichtet) . Denn die Abteilung Arbeitsmedizin und Gesundheitsschutz der BASF wird mit Beginn des Jahres 2011 neue Akademische Lehrpraxis der Universitätsmedizin.

Der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Professor Reinhard Urban, schwärmt geradezu von dem neuen Pakt, den seine Uni mit dem weltgrößten Chemieunternehmen geschlossen hat, und betont die Chancen, die sich den PJ-lern damit eröffnen. Urban: "Das Praktische Jahr ist für unsere Studierenden immer auch die Chance, den individuellen Schwerpunkt herauszubilden.

Bei BASF bieten sich spannende Einblicke beispielsweise in den Bereich betriebliche Gesundheitsvorsorge. Zudem werden die Teilnehmer auch in die Prävention arbeitsbedingter Erkrankungen, die im medizinischen Alltag seltener auftreten, mit eingebunden. Die BASF als Lehrpraxis zu gewinnen, ist daher ein großer Zugewinn für die Universitätsmedizin."

Auch auf Seiten des neuen Partners BASF ist man zufrieden. "Die Kooperation mit der Mainzer Universitätsmedizin ist für uns eine besondere Auszeichnung, denn um künftige Ärzte ausbilden zu dürfen, müssen die Einrichtungen sehr hohe Anforderungen und Qualitätsstandards erfüllen.

Dazu gehört neben einer Ambulanz zur akutmedizinischen Behandlung auch eine breite Ausstattung an moderner Funktionsdiagnostik", kommentiert der Leiter der Abteilung Arbeitsmedizin und Gesundheitsschutz, Dr. Stefan Lang.

Insgesamt stellt die BASF ab 2011 jährlich vier PJ-Plätze im Wahlfach Allgemeinmedizin zur Verfügung. Die Verweildauer der PJ-Studierenden in der Abteilung Arbeitsmedizin und Gesundheitsschutz beläuft sich auf zwei Monate. Die übrige Zeit ihres PJ absolvieren die Nachwuchsmediziner im Klinikum der Stadt Ludwigshafen und einer Allgemeinmedizinischen Praxis in der Rhein-Neckar-Region.

Dass die PJ-ler bei BASF eine Menge Praxiserfahrung sammeln können, davon sind Urban und Lang gleichermaßen überzeugt, denn jedes Jahr verzeichnet die Werksambulanz mehr als 30 000 Patienten. Hinzu kommen jährlich noch über 50 000 arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen und Sprechstunden mit dem primären Ziel, arbeitsbedingte Erkrankungen zu vermeiden.

"Die Studierenden erhalten damit aus einem besonderen Blickwinkel Einblick in allgemeinmedizinische Krankheitsbilder und Möglichkeiten zu präventiven Maßnahmen. Unter Aufsicht und Anleitung erfahrener Ärzte werden sie in viele zentrale Bereiche der medizinischen Betreuung eingebunden sein", hebt Lang hervor.

Das Spektrum reiche von der klinischen Untersuchung, dem Erheben der medizinischen Vorgeschichte, der Beurteilung von Röntgenbildern über das Erstellen von Befundanalysen im Klinischen Labor bis hin zur Behandlung akuter Erkrankungen oder der Begleitung bei Notarzteinsätzen.

Nicht zuletzt biete sich am Standort Ludwigshafen der BASF die Gelegenheit, Kenntnisse im Umgang mit chemischen Substanzen zu erlangen und Einblicke in das Verfahren der humantoxikologischen Bewertung zu erhalten. Außerdem erwarte den Ärztenachwuchs ein vielseitiges Kurs- und Vortragsangebot bei BASF.

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