SDK

Betriebliche Krankenpolice wird immer wichtiger

Für Arbeitnehmer gewinnt die betriebliche Krankenversicherung an Bedeutung. Das zeigt eine Umfrage der Süddeutschen Krankenversicherung.

Veröffentlicht:

KÖLN (iss). Die Süddeutsche Krankenversicherung (SDK) verzeichnet eine steigende Nachfrage nach Policen für die betriebliche Krankenversicherung.

Das Neugeschäft des Versicherers hat sich in diesem Jahr fast verdreifacht.

Das Angebot von Zusatzpolicen vom Chef stoße bei vielen Arbeitnehmern auf großes Interesse, sagt der Vorstandsvorsitzende der SDK Klaus Henkel. "Sie halten die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung nicht mehr für ausreichend."

Nach einer aktuellen Umfrage der SDK finden 63 Prozent eine betriebliche Krankenversicherung wichtiger als ein vom Arbeitgeber bezahltes Smartphone, 59 Prozent ziehen die Krankenversicherung einem Ticket für den öffentlichen Nahverkehr vor und 46 Prozent einem Firmenwagen.

"Ich gehe davon aus, dass die Nachfrage 2013 weiter steigt und die betriebliche Krankenversicherung sich weiter neben der betrieblichen Altersvorsorge etabliert", erwartet Henkel.

Staat müsse Policen stärker fördern

Uwe Jüttner, Krankenversicherungsexperte beim Versicherungsmakler Aon, sieht die privaten Krankenversicherer und den Staat in der Pflicht. Die PKV müsse sich bewegen, um die betriebliche Krankenversicherung für Arbeitgeber attraktiver zu machen.

"Es gibt noch nicht alles im Markt, was möglich und sinnvoll wäre", sagt Jüttner. Nötig seien Angebote, die den Arbeitgebern für einen bestimmten Zeitraum Beitragsstabilität zusichern. "Die Unternehmen brauchen Planungssicherheit", sagt Jüttner.

Der Staat müsse zudem die Policen stärker fördern als bisher. Gerade angesichts der demografischen Entwicklung sei es notwendig, dass die Mitarbeiter so lange wie möglich gesund bleiben.

Dazu könne die betriebliche Krankenversicherung etwa über die Förderung von Vorsorgeuntersuchungen oder die schnellere Terminvergabe beim Arzt oder im Krankenhaus beitragen. Dem müsse der Staat Rechnung tragen.

"Wir brauchen eine eigene steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Grundlage für die betriebliche Krankenversicherung", sagt Jüttner.

Mehr zum Thema

Arbeits- und Gesundheitsschutz

Mehr als 700 Millionen AU-Tage im ersten Pandemiejahr

Seit Pandemie-Beginn

87.000 COVID-19-Fälle als Berufskrankheit anerkannt

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Ein Mann geht auf der Theresienwiese an einem Plakat der Aufschrift "Impfen" vorbei.

© Sven Hoppe/dpa

Einrichtungsbezogene Impfpflicht

Länder attackieren Impfpflicht im Gesundheitswesen

Die Prognose von intensivpflichtigen COVID-Patienten mit neurologischen Komplikationen ist ungünstig.

© patrikslezak / stock.adobe.com

PANDEMIC-Studie

Neurologische Komplikationen häufig Grund für COVID-Tod