Direkt zum Inhaltsbereich

Telemedizin

Diagnose von Hautflecken per Smartphone

Die Lockerung des Fernbehandlungsverbots wirkt. Die Teledermatologie-Anwendung AppDoc soll Patienten mit verdächtigen Hautflecken zu einer schnelleren Diagnose verhelfen.

Veröffentlicht:
Die Landesärztekammer Baden-Württemberg hat jetzt den Antrag für die erste teledermatologische Smartphone-Anwendung – AppDoc – genehmigt.

Die Landesärztekammer Baden-Württemberg hat jetzt den Antrag für die erste teledermatologische Smartphone-Anwendung – AppDoc – genehmigt.

© Titus Brinker

HEIDELBERG. Zum ersten Mal dürfen Hautfachärzte ohne persönlichen Kontakt zum Patienten eine digitale Diagnose bei einem verdächtigen Hautfleck stellen. Die Landesärztekammer Baden-Württemberg habe jetzt den Antrag für die erste teledermatologische Smartphone-Anwendung genehmigt, heißt es in einer Mitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), der Uniklinik Heidelberg und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT).

An den drei Einrichtungen in Heidelberg, in Kooperation mit dem Universitätsklinikum in Essen, ist die Anwendung AppDoc auch entwickelt worden. „AppDoc“ steht über die Webseite www.online-hautarzt.net sowie für iPhones und Android Smartphones zum Download zur Verfügung.

Für Nutzer, die ihre Hautstellen online an die Fachärzte schicken, ist der Service anonym. Um sich eine Erstmeinung einzuholen, müssten drei Fotos der betroffenen Hautstelle aufgenommen sowie einige Fragen zu möglichen Symptomen beantwortet werden, sagte Dr. Titus Brinker, Assistenzarzt an der Universitäts-Hautklinik Heidelberg und Leiter der App-Entwicklung am NCT, im Gespräch mit der „Ärzte Zeitung“.

Abrechnung nach GOÄ möglich

„Oft kommen Patienten mit einem verdächtigen Hautfleck zu spät zum Facharzt“, so Brinker weiter. „Beruflicher Stress, lange Anfahrtswege oder Immobilität – das alles verzögert die zeitsensitiven Diagnosen insbesondere für Hautkrebs.“ Einfach verfügbare Lösungen für die Erstmeinung von verdächtigen Hautstellen sind daher dringend erforderlich.

Die Nutzung von AppDoc dauere keine fünf Minuten und habe dadurch eine viel niedrigere Hemmschwelle, als einen Arzttermin zu vereinbaren. Teilnehmende Fachärzte könnten nach GOÄ abrechnen (GO-Nrn. 3 und 5 analog), Patienten sollen 35 Euro zahlen, einen Teil bekomme das Unternehmen, das die Plattform aufgebaut hat.

Bislang seien telemedizinische Angebote wegen des Fernbehandlungsverbots häufig aus dem Ausland deutschen Patienten angeboten worden, so Brinker weiter. Mit AppDoc wolle man hier nun etwas dagegen setzen.

Kein Ersatz für den Arztbesuch

Die Befundung per Smartphone soll allerdings nicht den Arztbesuch ersetzen. Eine Erstmeinung über eine Teledermatologie-Anwendung sollte als ein möglicher Schritt vor einem Arztbesuch gesehen werden. „Bei Fällen, die digital nicht eindeutig zu beurteilen sind, werden die Hautfachärzte die App-Nutzer auch weiterhin in die Praxis einladen“, so Brinker. Das Projekt soll, gemäß den Regularien der Berufsordnung in Baden-Württemberg evaluiert werden. (ger)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Erfahrungen eines Hausarztes

40 Prozent Home-Office für Ärzte: Wie das funktionieren kann

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Aktuelle explorative Ad-hoc-Analysen der Studien SPOTLIGHT und GLOW: mOS vor und nach Zensierung†

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

CLDN18.2+, HER2− Adenokarzinom des Magens/gastroösophagealen Übergangs

Mit optimiertem Therapiemanagement den Behandlungserfolg mit Zolbetuximab unterstützen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Astellas Pharma GmbH, München
Abb. 1: OS von Patientinnen mit Endometriumkarzinom und Mismatch-Reparatur-Profizienz bzw. Mikrosatellitenstabilität

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Primär fortgeschrittenes/rezidivierendes Endometriumkarzinom

Nachhaltiger Überlebensvorteil durch Immuntherapie plus Carboplatin-Paclitaxel

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, München
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Damit die Behandlung anschlägt

Intensivierung bei therapieresistenter Hypertonie: Wie vorgehen?

Mythos mit Nebenwirkungen

Verdacht auf Histaminintoleranz: Wie Sie jetzt vorgehen

Fettleibigkeit beginnt im Gehirn

Adipositas: Wechselspiel zwischen Genetik, Hirn und Mikrobiom

Lesetipps