Zweiter Gesundheitsmarkt

Fitnessstudios profitieren von den Empfehlungen der Ärzte

Immer mehr Deutsche tun etwas Gutes für ihre Gesundheit – unter professioneller Anleitung im Fitnessstudio. Den Weg dorthin finden nicht wenige von ihnen heute über eine Arztpraxis, wie eine aktuelle Erhebung der Branche zeigt.

Von Marco Hübner Veröffentlicht:
Fit für die Zukunft: Immer mehr Menschen trainieren ihren Körper im Fitnessstudio.

Fit für die Zukunft: Immer mehr Menschen trainieren ihren Körper im Fitnessstudio.

© Robert Kneschke / fotolia.com

HAMBURG. Für 2016 verzeichnet die deutsche Fitnessbranche einen Rekordanstieg bei der Mitgliederzahl: Erstmals sind insgesamt mehr als zehn Millionen Menschen in Fitnessstudios angemeldet. Das sind 6,6 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Das vermeldete der Arbeitgeberverband Deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV) am Montag. Damit hat sich die Mitgliederzahl binnen zehn Jahre fast verdoppelt (circa 5,5 Millionen Mitglieder im Jahr 2007). Das liegt nach Ansicht des Verbands unter anderem auch an den Ärzten.

Mit den mehr als zehn Millionen Mitgliedern war Fitnesstraining auch 2016 die mitgliederstärkste Trainingsform, gefolgt vom Fußball mit 6,97 Millionen Mitgliedern. Diese Zahlen gehen aus der aktuellen Eckdaten-Studie 2017 hervor, die der DSSV jedes Jahr gemeinsam mit dem Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte und der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG erhebt. Die Ergebnisse zeigen einen florierenden Markt, der mit den steigenden Mitgliederzahlen kontinuierlich wächst.

Insgesamt 8684 Fitnessanlagen

Die Gesamtzahl der Fitnessanlagen wuchs im Berichtszeitraum um 4,2 Prozent auf 8684 (Vorjahr: 8332). Dazu tragen alle Segmente – die Einzelstudios, die Kettenbetriebe und die Mikrostudios – mit einer Steigerung der Anlagenzahl bei, heißt es. Zudem überstieg der Branchenumsatz erstmals die Grenze von fünf Milliarden Euro und erhöhte sich um 4,5 Prozent auf 5,05 Milliarden Euro (Vorjahr: 4,83 Milliarden Euro). Diese Entwicklung gelte ebenfalls für die drei genannten Segmente. Mit dem Wachstumskurs festige die Branche auch ihren Status als Beschäftigungsmotor: Zum Ende des Jahres 2016 waren in den 8684 Anlagen der EckdatenStudie 2017 zufolge etwa 209.200 Personen beschäftigt (Vorjahr: 205.700; +1,7 Prozent). Damit arbeiteten durchschnittlich 24 Mitarbeiter in einem Studio.

Die wirtschaftlich positive Entwicklung beflügele auch die Investitionsbereitschaft der Branche, erklärt der DSSV. Große Investitionsvorhaben seien 2017 die Weiterbildung, die Geräteausstattung und das Thema Zertifizierung. 95 Prozent der Betriebe wollen auf Weiterbildung setzen.

Die zunehmende Qualifizierung ist und bleibt eine wichtige Investition in die Zukunft, heißt es seitens des Verbands. Der überwiegende Teil der Studiobetreiber will außerdem in die Geräteausstattung investieren: 72,5 Prozent in Geräte für Krafttraining, 66,9 Prozent für Herz-Kreislauf und 55 Prozent für Gesundheitstraining.

Die positive Entwicklung in den Fitnessstudios erklärt sich der DSSV auf Grundlage mehrerer Faktoren: "Unter anderem finden immer mehr Menschen auf Empfehlung ihres Arztes in das Fitnessstudio, um mittels Training ihre Gesundheit zu verbessern oder neuen Leiden sowie Begleiterkrankungen vorzubeugen", erklärt ein Sprecher des DSSV auf Anfrage der "Ärzte Zeitung". In der Praxis sei ebenfalls zu beobachten, dass stetig mehr Mediziner mit Studios kooperieren. Mehr und mehr seien neben der üblichen Apotheke auch Fitnessstudios neben Praxen angesiedelt.

Gesellschaftlicher Konsens

Zudem seien zwei weitere Faktoren ausschlaggebend: "Mittlererweile ist es zunehmend gesellschaftlicher Konsens, dass die Pflege der eigenen Gesundheit ein wichtiger Teil des Lebens ist." Ein wichtiger Grund sei darüber hinaus, dass die Branche ihre Angebote immer weiter verbessert habe – und zwar nicht nur beim Ambiente und der Ausstattung der Anlagen: "Etwa jeder fünfte Mitarbeiter hat heute einen akademischen Hintergrund, was sich auf die Qualität auswirkt, mit der die Kunden betreut werden, auch wenn es um gesundheitliche Ziele geht", betont der DSSV-Sprecher. Auf Basis des anhaltenden Wachstums gibt sich die Branche zuversichtlich für die Zukunft und rechnet damit, dass Fitnessstudios 2020 mehr als zwölf Millionen Mitglieder zählen könnten.

10

Millionen Mitglieder zählten deutsche Fitnessstudios im Jahr 2016 – 6,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit war Fitnesstraining auch im vergangenen Jahr die mitgliederstärkste Trainingsform, gefolgt vom Fußball mit 6,97 Millionen Mitgliedern.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Frühe Nutzenbewertung

Alzheimer: Auch Donanemab fällt beim IQWiG durch

Statistisches Bundesamt

Beschäftigung im Gesundheitswesen nimmt wieder deutlicher zu

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Weltkrebstag 2026

Was es für die optimale Krebsversorgung auf dem Land braucht

Herzinsuffizienz

HFrEF-Therapie: So sieht die optimale Therapie (derzeit) aus

Lesetipps
Eine Frau hält eine Lupe über die Abbildung einer Gebärmutter.

© Gambar / stock.adobe.com

Humane Papillomviren

Nach Impfung: HPV-Screening nur zwei- bis dreimal im Leben?

Der Schriftzug „Landessozialgericht Baden-Württemberg“ am Eingang des Gerichts angebracht.

© Bernd Weißbrod / dpa / picture alliance

Landessozialgericht Baden-Württemberg

Urteil: Vollkostenerstattung der TI war gesetzlich nie beabsichtigt

Ein einbandagierter Fuß

© Patrick Bonnor / stock.adobe.com

Wundheilung

Ulcus cruris venosum: Was für die Kompressionstherapie wichtig ist