Selbstzahlerleistungen

IGeL-Monitor reagiert auf Kritik

Veröffentlicht:

BERLIN. Die vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen betriebene Web-Plattform IGeL-Monitor ist auf Kritik von HNO-Ärzten eingegangen und hat ihr Negativvotum für die auf Selbstzahlerbasis in Praxen angebotene Gabe von Glukokortikoiden bei Hörsturz, darunter Kortison, modifiziert. Der Grundtenor bleibt aber negativ.

"An der Bewertung des IGeL-Monitors ‚Glukokortikoide beim Hörsturz‘ kritisieren die HNO-Ärzte zu Recht, dass in dem Text ‚IGeL-Info ausführlich‘ bei der Veröffentlichung Anfang Juli die veraltete Leitlinie von 2010 und nicht die aktuelle Leitlinie von 2014 zitiert wurde", schreibt Dr. Christian Weymayr, nach eigenen Angaben Projektleiter IGeL-Monitor, in einem Leserbrief als Reaktion auf die Berichterstattung der "Ärzte Zeitung".

Dies sei aber nach Zugang der Stellungnahme der HNO-Ärzte umgehend korrigiert worden. In einer gemeinsamen Stellungnahme kritisierten die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie und der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte die negative Bewertung der Glukokortikoid-Therapie bei Hörsturz. Sie warfen dem IGeL-Monitor vor, eine veraltete Leitlinie zur Bewertung der Leistung herangezogen zu haben.

"Die HNO-Ärzte nehmen jedoch zu Unrecht an, dass dieses Versehen Auswirkungen auf die Bewertung hätte. Die Leitlinie ist als S1-Leitlinie klassifiziert, weshalb wir sie, den üblichen Gepflogenheiten entsprechend, für unsere Bewertung nicht herangezogen haben. Laut unserer Methodik werden dafür nur Leitlinien höherer Güte (S2e und S3) berücksichtigt", ergänzt Weymayr.

Wie aus dem Anfang Juli veröffentlichten Ergebnisbericht hervorgehe, sei die Recherche für die Bewertung dieser IGeL am 30. April 2015 abgeschlossen worden. "Unsere Bewertung stützt sich auch auf eine aktuelle Übersichtsarbeit von 2013. Wir sehen deshalb keinen Anlass, unsere Bewertung zu ändern", so Weymayr. (maw)

Mehr zum Thema

Exklusiv Regulierung von Telemedizinplattformen

Teledermatologie-Urteil: Dermanostic darf doch online bleiben

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Ärger mit dem digitalen Rezept

E-Rezept: Wie die Probleme mit dem Feld Berufsbezeichnung gelöst werden sollen

Lesetipps
Unterschiedliche immuntherapeutische Ansätze beim Glioblastom werden derzeit in Studien untersucht. Ein Teilgebiet ist die Peptidvakzinierung, also die Impfung mit Tumorantigenen.

© Richman Photo / stock.adobe.com

Künstliche Intelligenz und Immuntherapie

Neue Behandlungskonzepte beim Glioblastom

Kooperation | In Kooperation mit: Deutsche Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Bei Krebspatientinnen und -patienten ab 65 Jahren wird Ärztinnen und Ärzten geraten, vor Therapiebeginn auf den Medikationsplan zu schauen.

© Przemek Klos / stock.adobe.com

Appell beim DKK 2024

Bei älteren Menschen mit Krebs: Medikamentencheck vor Therapiebeginn!

Kooperation | In Kooperation mit: Deutsche Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Bei höhergradigen irAE der CPI-Therapie (Grad ≥3) und bei steroidrefraktären Nebenwirkungen wird eine interdisziplinäre Zusammenarbeit empfohlen. (Symbolbild)

© molekuul.be / stock.adobe.com

Immuntherapie

Immunabhängige Nebenwirkungen – der Preis der Checkpoint-Blockade

Kooperation | In Kooperation mit: Deutsche Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe