Kommentar

Kein gutes Bild in der Öffentlichkeit

Von Hauke Gerlof Veröffentlicht: 03.09.2009, 14:38 Uhr

Die Debatte um die Zuweiserprämien rollt wie eine Lawine über die Ärzte hinweg. Die Reaktion von niedergelassenen Ärzten und Klinikvertretern auf die Vorwürfe ist nicht gerade professionell.

Wenn Kliniker sagen, niedergelassene Ärzte würden sie erpressen, damit sie ihnen Patienten einweisen, und Niedergelassene antworten, sie würden von Krankenhäusern bestochen, damit sie genau das tun, kann man nicht erwarten, dass die Medien das Thema zu den Akten legen.

Der Vorwurf an die Medien, sie würden die Patienten verunsichern, ist zwar richtig, aber die Ärzte geben mit dem Bild, das sie in dieser Diskussion abgeben, bisher auch allen Grund für eine solche Verunsicherung. Und die Modelle einer legitimen Kooperation zwischen Krankenhäusern und Zuweisern kommen dabei gleich mit unter die Räder.

Dabei ist die Sache eigentlich ganz einfach, Staatssekretär Klaus Theo Schröder hat da nicht Unrecht: Es ist Sache der Selbstverwaltung, schwarze Schafe unter Ärzten und Kliniken zu verfolgen und Straftaten zur Anzeige zu bringen. Das ist in der Vergangenheit offenbar nicht immer geschehen. Insofern wäre es immerhin positiv, wenn die Debatte dazu beitrüge, in diese Grauzone Transparenz zu bringen.

Lesen Sie dazu auch: Ärzte räumen mehrere Kanäle zur Bereicherung ein Montgomery nimmt Ärzteschaft in Schutz KBV will hart gegen Prämien vorgehen "Ein unfassbarer Skandal" Urologen wenden sich gegen Zuweiserprämien durch Kliniken Zusammenarbeit in der rechtlichen Grauzone: Im Zweifel haben die Richter das letzte Wort Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Verlogene Debatte um Zuweiser

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