Praxisführung

Prima Klima? Stimmung von Ärzten im Keller

Der Medizinklimaindex fällt wieder. Erstmals seit Frühjahr 2009 kühlt sich die Stimmung in der ambulanten Medizin wieder ab. Vor allem die Erwartungen für die kommenden Monate sind eher negativ.

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:
Optimismus pur - das gibt es unter Ärzten relativ selten.

Optimismus pur - das gibt es unter Ärzten relativ selten.

© JNT Visual / fotolia.com

HAMBURG. Das Geschäftsklima in der ambulanten Medizin - gemessen am Medizinklimaindex (MKI) im Auftrag der Stiftung Gesundheit - ist chronisch schlecht.

Im Frühjahr hatte der halbjährlich ermittelte Wert mit minus 11,7 noch in Nähe einer Rekordmarke gelegen. Jetzt sank die Stimmung wieder auf einen Wert von minus 14,9.

Jeder vierte niedergelassene Arzt, Zahnarzt und psychologischer Psychotherapeut schätzt nach dem aktuellen MKI seine aktuelle wirtschaftliche Lage positiv ein, rund 54 Prozent bewerten sie als befriedigend. Jeder fünfte bezeichnet sie als schlecht.

Nur fünf Prozent erwarten positive Entwicklung

Bei den Erwartungen für die kommenden sechs Monate gehen über 38 Prozent der Befragten von einer ungünstigeren und nur fünf Prozent von einer besseren Entwicklung aus.

Der MKI wird analog zum IFO-Geschäftsklimaindex aus dem Mittelwert der Salden der aktuellen und erwarteten Geschäftslage gebildet.

Dies ermöglicht einen Vergleich zu anderen Branchen, in denen die Stimmung durchgängig weniger pessimistisch ist als in der ambulanten Medizin. Nur das Bauhauptgewerbe (minus 9,9) ist in vergleichbar schlechter Stimmung.

MKI lag noch nie im positiven Bereich

Die wird in der ambulanten Medizin traditionell von den Ärzten getragen - Zahnärzte und Psychotherapeuten zeigen sich meist optimistischer.

Dies gilt auch für den aktuellen Index: Für die Ärzte liegt der MKI bei minus 21,5, für Zahnärzte bei minus 3,3 und für Psychotherapeuten bei plus 4,3. Bei den Ärzten drücken 45 Prozent der Befragten, die düster in die Zukunft schauen, den Wert nach unten.

Der MKI wird seit 2006 von der Hamburger GGMA (Gesellschaft für Gesundheitsmarktanalyse) ermittelt und lag seitdem noch nie im positiven Bereich.

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