Rettung "made in Germany"

Stiftung baut Rettungssystem in Südchina auf

Die Björn Steiger Stiftung baut in Südchina ein Pilotprojekt für ein integriertes Rettungssystem: Von der Notrufzentrale bis zum Rettungshubschrauber setzen die Initiatoren auf deutsches Know-how.

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China und Deutschland kooperieren im Rettungssystem.

China und Deutschland kooperieren im Rettungssystem.

© Arno Burgi / dpa

PEKING/JIEYANG. Im Rahmen der vierten deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen in Peking ist Anfang der Woche der Startschuss zum Aufbau eines modernen Rettungswesens nach deutschem Vorbild gefallen. Die Björn Steiger Stiftung aus Winnenden ist nun beauftragt worden, in der südchinesischen Stadt Jieyang in der Provinz Guangdong ein Pilotprojekt für ein integriertes Rettungssystem von der Notrufzentrale bis zum Rettungshubschrauber aufzubauen.

Der entsprechende Vertrag ist laut Stiftung anlässlich des China-Besuchs der Bundeskanzlerin Angela Merkel am 13. Juni in Peking unterschrieben worden.

Projektanfang auf erstem Deutsch-Chinesischem Gesundheitsdialog

Aus der Taufe gehoben wurde das Projekt bereits vor zwei Jahren im Zuge des ersten Deutsch-Chinesischen Gesundheitsdialogs von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und seiner chinesischen Amtskollegin Li Bin.

Damals hatten die beiden Minister einen Aktionsplan zur gesundheitspolitischen Zusammenarbeit unterzeichnet. Dabei gehörten der Rettungsdienst und die Notfallmedizin zu den Schwerpunktthemen. Unterstützt wird das Projekt vom Bundesgesundheitsministerium (wir berichteten).

"Größte je gegebene Kooperation zwischen Deutschland und einem anderen Land" bei Rettungsdiensten

"Das jetzt offiziell besiegelte Vorhaben ist die größte Kooperation, die es je zwischen Deutschland und einem anderen Land im Bereich des Rettungsdienstes gegeben hat", betonte damals Dr. Stefan Lührs. Der Münsteraner ist zusammen mit Dr. Roland Huf von der Münchner Uniklinik im Auftrag der Stiftung ärztlicher Leiter des Projekts.

Das Vorhaben fungiert nach Stiftungsangaben als Modellprojekt zum landesweiten Aufbau der Notfallhilfe "Made in Germany" zu Lande und in der Luft. Zahlreiche deutsche und andere europäische Unternehmen wie Airbus Helicopter, Ford, Mercedes-Benz, Bosch Sicherheitssysteme, die Deutsche Telekom und Dräger Werke seien unter der Federführung der Björn Steiger Stiftung am Aufbau des integrierten Rettungswesens beteiligt.

Fachkundige Ausbildung des Personals

Neben Rettungswagen, -hubschraubern, -leitstellen und medizinischem Gerät nach neuestem Standard gehöre auch die fachkundige Ausbildung des benötigten Personals zum Programm. Dabei setze die Stiftung unter anderem die Ausbildung für Leitstellendisponenten, Notfallsanitäter, die Qualifizierung von Medizinern zum Notarzt, die Ausbildung der Piloten sowie in der technischen Rettung die Ausbildung zum Feuerwehrmann um.

Hierzu würden unter anderem eigene Ausbildungszentren unter der Leitung von InPass und Weber Rescue im Namen der Steiger Stiftung aufgebaut und betrieben. Das gesamte Projektmanagement wird von der KPMG verantwortet.

43 Millionen Euro Projektkosten bisher

Die Projektkosten für die erste Umsetzungsphase im Stadtzentrum von Jieyang für 550.000 Einwohner bis Ende 2017 beliefen sich auf fast 43 Millionen Euro. Bei positivem Verlauf des Pilotprojekts solle bis 2028 das Rettungswesen in der gesamten Provinz Guangdong mit rund 125 Millionen Einwohnern ausgebaut sein. Das Pilotprojekt wird hälftig von der Stadt Jieyang und von der ZhongDe Metal Group in Jieyang finanziert. Bei einem positiven Verlauf ist eine schrittweise Ausweitung auf andere Provinzen und schließlich auf die gesamte Volksrepublik China möglich. (maw)

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