Masterplan

Studierende loben Wende im Streit ums PJ-Quartal

Die Neupositionierung der DEGAM zum Pflichtquartal Allgemeinmedizin wird von Medizinstudenten begrüßt.

Veröffentlicht: 01.06.2016, 16:26 Uhr

BERLIN. Wende in der Diskussion um den "Masterplan Medizinstudium 2020". Die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (DEGAM) hat beim Medizinischen Fakultätentag (MFT) Kompromissbereitschaft im Streit um das PJ-Quartal Allgemeinmedizin signalisiert.

Die Fachgesellschaft dringt nun - nur noch - auf ein Pflichtquartal in der vertragsärztlichen Versorgung, ohne Fächervorgabe. Zudem fordert die DEGAM, Allgemeinmedizin müsse für alle Studierenden Teil der mündlich-praktischen Prüfung im abschließenden Staatsexamen M3 werden.

DEGAM-Präsident Professor Ferdinand Gerlach machte beim MFT deutlich, dass insbesondere der letztere Punkt ein "Minimalanliegen" der Fachgesellschaft sei."Positiv überrascht" zeigten sich die Medizinstudierenden im Hartmannbund vom Vorstoß der DEGAM.

"Unsere zahlreichen Protestaktionen gegen einen Pflichtabschnitt in der Allgemeinmedizin scheinen offensichtlich Wirkung zu zeigen", sagt Moritz Völker, Vorsitzender des Ausschusses der Medizinstudierenden im HB. Er nannte einen Pflichtabschnitt in der ambulanten Versorgung "mindestens so lange problematisch, wie ihre Umsetzung angesichts nicht vorhandener Kapazitäten im ambulanten Bereich illusorisch ist". Bereits schon bisher hätten Fakultäten Probleme, Lehrpraxen für das Wahlterzial in der Allgemeinmedizin bereitzustellen.

Dagegen hält es DEGAM-Präsident Professor Ferdinand Gerlach für ein "realistisches Ziel" , 2500 zusätzliche Lehrärzte in der Allgemeinmedizin zu rekrutieren. Das seien pro Medizinischer Fakultät rund 68 neue Lehrpraxen, erläuterte er.

Bisher sind rund 5000 Lehrpraxen bundesweit akkreditiert. Evaluationsergebnisse zum Wahlterzial zeigten eine "sehr hohe Zufriedenheit" der angehenden Ärzte mit der 1:1-Betreuung, so Gerlach. Er forderte, die fortschreitende "Ambulantisierung" der Versorgung müsse auch die Ausbildung der künftigen Ärzte verändern.

Andere Akzente setzte Myriam Heilani von der Bundesvertretung der Medizinstudierenden (bvmd). Sie forderte, es müsse wieder möglich werden, "im Studium seinen individuellen Interessenschwerpunkten nachzugehen".

Das Medizinstudium sei "Spielball gegensätzlicher Interessen". Symbolische Forderungen wie die Landarztquote dominierten die Debatte, wichtige Inhalte drohten unter den Tisch zu fallen. Sie nannte als Beispiel eine faire Regelung der Krankheitstage und verbindliche Lehr- und Lernbedingungen im PJ. (fst)

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