Bertelsmann-Analyse

Telemedizin – Erfolg hängt von Treibern ab

Veröffentlicht: 06.12.2017, 15:30 Uhr

GÜTERSLOH/BERLIN. Telemedizinische Prozessinnovationen sind unter anderem dann erfolgreich, wenn sie von renommierten Experten oder Institutionen vorangetrieben und von politisch starken Akteuren unterstützt werden. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Analyse hervor, die das IGES-Institut im Auftrag der Bertelsmann Stiftung vorgenommen hat. Demnach ist es zudem hilfreich, wenn die Innovationen hochrangige Systemziele wie die Sicherstellung der Versorgung im ländlichen Raum verfolgen und einen hohen kommunikativen Nutzen für Politik und Kostenträger bieten, wie es heißt.

Das IGES-Institut wertete für seine Analyse vier telemedizinische Prozessinnovationen aus: AVT (Ambulante videounterstützte Therapie von Parkinson-Patienten), TEMPiS (Telemedizinisches Projekt zu integrierten Schlaganfall-Versorgung in Süd-Ost-Bayern, TNA-System (Aachener holistisches Telenotarzt-System) sowie CRT-P, CRT-D (Telemedizinische Kontrolle eines implantierten Kardioverters bzw. Defibrilators und / oder eines implantierten Systems zur kardialen Synchronisationstherapie).

"Entgegen aller Bekenntnisse, Telemedizin fördern zu wollen, ist es in Deutschland noch nicht gelungen, sinnvolle technologisch unterstützte Versorgungsansätze angemessen zu verbreiten. Immer noch schaffen es nur wenige Projekte über den Modellstatus hinaus", so Uwe Schwenk, Programmdirektor bei der Bertelsmann Stiftung.

Für Patienten sollte die Innovation nicht nur ein attraktives Angebot darstellen, sie müsse vor allem einfach nutzbar sein, betonen die Studienautoren in einer ihren 15 Hypothesen zu Erfolgsfaktoren telemedizinischer Prozessinnovationen.

Unterdessen haben die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin und der Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) im Vorfeld des am 11. und 12. Dezember in Berlin stattfindenden 8. Nationalen Fachkongresses Telemedizin einen Schulterschluss verkündet. So sei es ein erklärtes Ziel beider Organisationen, die Kräfte zu bündeln, um telemedizinischen Anwendungen den Weg in die Regelversorgung zu erleichtern. (maw)

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