Direkt zum Inhaltsbereich

Pädiaterkongress

Therapiefreiheit trotz Leitlinien

BAD ORB (ras). Die Ängste der Ärzte vor der Anwendung von Leitlinien sind unbegründet.

Veröffentlicht:

Aus juristischer Sicht greife die Befürchtung, dass Leitlinien die Therapiefreiheit einschränken, in keiner Weise, sagte Dr. Tobias Weimer, Bochumer Facharzt für Medizinrecht, kürzlich beim Herbstkongress der Kinder- und Jugendärzte in Bad Orb.

Zwar müssten Ärzte Leitlinien "beachten und prüfen". Im Einzelfall könnten sie aber davon abweichen, da Leitlinien im Gegensatz zu berufs- und standesrechtlichen Richtlinien nicht verbindlich seien und "aufgrund ihres reinen InformationscharaktersEntscheidungskorridore" offen ließen.

Weimer riet daher, die Gründe schriftlich darzulegen, falls man sich gegen die Anwendung einer Leitlinie entscheide.

Problematisch sei oft die Umsetzung von Leitlinien in der Praxis, sagte Kongressleiter Klaus-Michael Keller. Beispiel: Leitlinie "Frühgeburt an der Grenze der Lebensfähigkeit des Kindes".

So müssten Eltern und Ärzte gemeinsam "die Entscheidung über die Lebenserhaltung" treffen. Im Zweifel solle sich der Arzt aber für das Leben entscheiden, heißt es in der Leitlinie, sagte Professor Peter Bartmann, Leiter der Neonatologie an der Universität Bonn.

Dies sei grundsätzlich richtig, bei Frühchen in der 22. Schwangerschaftswoche könne aber davon abgerückt werden, wenn keine Lebensperspektive für das Kind bestehe.

Dann müssten Ärzte Eltern beim Abschied von ihrem Kind begleiten. Auch das sei Bestandteil einer Leitlinie.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Organspende

245 Abgeordnete nehmen neuen Anlauf für die Widerspruchsregelung

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Typische Körperumrisse bei Achondroplasie

© BioMarin

Achondroplasie

Gezielte Therapie: erste Lebensjahre sind entscheidend

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioMarin Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Nicht jede Diarrhoe geht von allein

Akuter Durchfall: Wann mehr als Teefasten nötig ist

„ÄrzteTag“-Podcast

Cannabis-Blüten auf Kassenrezept sind raus – was sind die Alternativen?

Lesetipps
Luftverschmutzung aufgrund von Feuer, gepaart mit Hitzewellen - da leidet nicht nur die Lunge, sondern auch das Herz.

© Kang / stock.adobe.com

Effekte der Klimaerwärmung

Hitze plus Waldbrandrauch erhöhen kardiovaskuläre Mortalität