Bei Geschäftszahlen auf Kurs

apoBank will sich mehr aufs Kerngeschäft konzentrieren

Zurück zu den Wurzeln, Non-Banking-Produkte kommen auf den Prüfstand: Der neue Vorstandschef der apoBank Matthias Schellenberg will das Institut wieder stärker auf die Stammkunden ausrichten.

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Hauptsitz mit Glasfassade und Fahnen: die Deutsche Apotheker- und Ärtzebank in Düsseldorf.

Hauptsitz mit Glasfassade und Fahnen: die Deutsche Apotheker- und Ärtzebank in Düsseldorf.

© ApoBank

Düsseldorf. Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) hat nach einem kräftigen Revirement im Vorstand einige aufregende Wochen hinter sich. Der neue, seit März amtierende Vorstandschef Matthias Schellenberg sieht die Standesbank jetzt aber auf Kurs – mit einer klar definierten Unternehmensstrategie.

„Wir wollen eine Bank für alle akademischen Heilberufe sein und bleiben. Dabei wollen wir Selbstständigkeit fördern und den finanziellen Erfolg unserer Kunden bei Vermögensaufbau und Altersvorsorge steigern“, fasste der Vorstandsvorsitzende, der vor Amtsantritt zuletzt als Vorstand bei Merck Finck Privatbankiers tätig war, die Strategie der Standesbank zusammen. Dahinter steckt, dass sich die Bank wieder stärker als zuletzt auf ihr Kerngeschäft konzentrieren wolle, so der 58-jährige Bankmanager im Gespräch mit der Ärzte Zeitung.

Aktivitäten, die in Richtung Non-Banking-Produkte gehen, so Schellenberg in Anspielung etwa auf das Portal univiva, das von einer Tochter der apoBank betrieben wird, oder Unterstützung von Start-ups im Gesundheitswesen, gehörten nicht zu diesem Kerngeschäft und kämen „auf den Prüfstand“. Projekte wie die Praxis- oder Apothekenbörse, stünden dagegen ganz klar weiterhin im Fokus, weil sie auf den Kern einzahlen.

„Agenda 2025“ soll zum Jahresende stehen

Matthias Schellenberg, Vorstandschef der apoBank, will die Standesbank stärker auf ihre Rolle als Bank akademischer Heilberufe fokussieren.

Matthias Schellenberg, Vorstandschef der apoBank, will die Standesbank stärker auf ihre Rolle als Bank akademischer Heilberufe fokussieren.

© Joerg Koch / Merck Finck AG

Der Abgang von zuletzt zwei Vorstandsmitgliedern sei für ihn „völlig überraschend“ gekommen und basiere „nicht auf fachlichen Meinungsverschiedenheiten“, betonte der Vorstandsvorsitzende. Immerhin sei es gelungen, trotz aller Unruhe im Zeitplan zu bleiben und an der strategischen Agenda weiterzuarbeiten. Die Genossenschaftsbank werde sich zum Jahresende hin eine Agenda 2025 geben, in der vor allem die Modernisierung der Bankprozesse und die Verbesserung des Serviceerlebnisses für Kunden auf dem Programm steht, zudem soll die Kostenquote (cost-income-ratio) auf unter 70 Prozent gesenkt werden.

Die Wunden der IT-Migration seien immer noch nicht ganz verheilt, gab Schellenberg zu. Zur Erinnerung: Vor jetzt rund zweieinhalb Jahren war es im Zuge des Wechsels auf das Kernbanksystem avaloq zu massiven Störungen gekommen, die viele Kunden betroffen hatten.

Die apoBank habe in dieser Phase enorm von einer „hohen Kundenloyalität“ profitiert, „für die man sich nicht genug bedanken kann“, betonte Schellenberg. Jetzt gehe es darum, den „Servicelevel anzuheben“ und die Prozesse nach und nach zu optimieren. Die Kontoeröffnungsstrecken seien jetzt durchdigitalisiert, aber das Online-Banking beispielsweise sei „noch nicht optimal“. Nächstes Jahr stünden u.a. die Prozesse der Kreditbewilligung und die telefonische Erreichbarkeit der Bank ganz oben. „Wir müssen vor die Welle kommen“, betonte der Vorstandschef.

Jahresüberschuss soll leicht steigen

Schellenberg bekräftigte die Ziele der Bank für 2022: ein leicht steigender Überschuss und die Zahlung einer auskömmlichen Dividende an die Mitglieder. Mit den Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank seien die Verwahrentgelte wieder verschwunden, „schon bald“ könnten die Kunden wieder erwarten, Zinsen auf Tagesgelder zu bekommen.

Die Bank sei mit ihrer klaren Ausrichtung auf die akademischen Heilberufe nach wie vor in einer „vergleichsweise komfortablen Situation“, so die Einschätzung Schellenbergs, der aus einem Heilberufler-Haushalt stammt – Mutter Apothekerin, Vater Arzt. Trotz des Strukturwandels im Gesundheitswesen „haben wir noch genauso viele Existenzgründungen wie bisher“. Die Anforderungen an die Work-Life-Balance, Niederlassungen mit mehreren Partnern erhöhten allerdings die Anforderungen an die Beratung. (ger)

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