Ärzte Zeitung, 11.04.2011

Klarer Vorteil für Therapie mit Metformin

Im Vergleich zu Sulfonylharnstoffen war Metformin in einer retrospektiven Analyse mit über 100.000 Typ-2Diabetikern deutlich wirksamer. Es gab damit weniger kardiovaskuläre Ereignisse und Todesfälle.

Klarer Vorteil für Therapie mit Metformin

Welches Antidiabetikum nützt am besten?

© Tommaso Lizzul / fotolia.com

KOPENHAGEN (eis). Bei Therapie mit Metformin haben Typ-2-Diabetiker deutlich seltener kardiovaskuläre Komplikationen wie Herzinfarkt und Schlaganfall sowie ein geringeres Sterberisiko im Vergleich zur Behandlung mit Sulfonylharnstoffen.

Das haben jetzt dänische Forscher in einer großen Studie belegt. In der Untersuchung am Reichshospital in Kopenhagen wurden die Herzkreislauf-Erkrankungen und Todesfälle bei allen 107.806 Typ-2-Diabetikern in Dänemark analysiert.

Sie waren zwischen 1997 und 2006 in Monotherapie mit Insulin-Sekretagoga (Sulfonylharnstoffe oder Glinide) oder Metformin behandelt worden (Eur Heart J online 6. April). Von den Patienten hatten 9607 bereits zu Studienbeginn einen Herzinfarkt hinter sich.

Bei den Patienten ohne vorherigen Infarkt war im Vergleich zu Metformin die Sterberate erhöht mit Glimepirid (1,32-fach), mit Glibenclamid (1,19-fach) mit Tolbutamid (1,28-fach).

Ähnlich die Ergebnisse bei Patienten mit vorherigem Infarkt: Im Vergleich zu Metformin war die Sterberate erhöht mit Glimepirid (1,30-fach), mit Glibenclamid (1,47-fach) mit Tolbutamid (1,47-fach).

Keine statistisch signifikant unterschiedlichen Sterberaten ergaben sich im Vergleich zur Metformin-Therapie mit den Gliniden Gliclazid und Repaglinid. Zur Erinnerung: Nach den Daten der UKPDS wird durch die Metformin-Therapie das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und Tod um etwa 40 Prozent verringert.

Die neuen Daten geben wertvolle Informationen in der kontroversen Diskussion um das kardiovaskuläre Risiko von Antidiabetika wie Rosiglitazon, heißt es in einem Kommentar zu der Studie.

Moderne Diabetesmedikamente wie DPP4-Hemmer oder GLP1-Agonisten werden heute in großen Studien auf mögliche kardiovaskuläre Risiken überprüft.

Große prospektive und randomisierte Studien zu älteren Präparaten sind aber nicht mehr zu erwarten. Die retrospektive Beobachtungsstudie aus Dänemark biete damit wegen der großen analysierten Patientengruppe die bisher robustesten Daten zu dieser Thematik.

Fazit: Metformin bietet Patienten einen größeren Nutzen als Sulfonylharnstoffe. Die Substanz wird daher zu Recht in den Leitlinien für die Initialtherapie von Patienten mit Typ-2-Diabetes empfohlen.

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