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Screening senkt Darmkrebs-Sterberate um 80 bis 90 Prozent

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MÜNCHEN (ars). Kürzlich hat eine kanadische Studie Aufsehen erregt. Darin ergab sich: Die Vorsorge-Koloskopie senkt die Sterberate für Karzinome des linksseitigen Kolons lediglich um 67 Prozent, für rechtsseitige Karzinome sogar nur um ein Prozent (Ann Intern Med 150, 2009, 1, wir berichteten). Der tatsächliche Wert dürfte deutlich höher liegen, sagte Professor Meinhard Classen bei einer Veranstaltung der Felix-Burda-Stiftung in München. Für wahrscheinlicher halte er eine Reduktion von 80 Prozent. Zu diesem Ergebnis komme etwa eine Studie von 2006. Heute sei der Wert durch verbesserte Technik, etwa Rückspiegel zur Sicht in Falten, eher noch günstiger.

Bei genauerem Blick auf die kanadische Studie falle auf, dass Abrechnungsunterlagen, keine Krankengeschichten genutzt, nicht zwischen Vorsorge- und diagnostischen Koloskopien unterschieden und 70 Prozent der Untersuchungen von Internisten oder Chirurgen gemacht wurden. Es fehlten die Rückzugszeiten des Koloskops, die aber seien entscheidend, denn je länger sie dauerten, um so höher liege auch die Wahrscheinlichkeit, Neoplasien zu entdecken. Classens Fazit: Die Ergebnisse gelten für Kanada, nicht für Deutschland.

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