Ärzte Zeitung, 20.09.2006

Schon Dreijährige profitieren von gezielter Bewegung

Studie belegt Senkung des Blutdrucks, doch BMI stagniert

MAINZ (Smi). Regelmäßige Bewegungsförderung schon im Kindergartenalter wirkt sich positiv auf Motorik und Blutdruck aus. Das haben Kerstin Ketelhut vom Institut für Sportwissenschaft der Humboldt-Universität Berlin und Kollegen in einer zweijährigen Längsschnittstudie herausgefunden.

Kinder einer Tagesstätte in Karlsruhe turnen über eine Bank. Regelmäßige Bewegung schult die Motorik und senkt den Blutdruck der Kinder. Foto: dpa

Die Ergebnisse ihrer Studie hat Kerstin Ketelhut auf der 102. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin in Mainz vorgestellt. Eingebunden in das Programm "Fitness für Kids" waren 160 dreijährige Kinder. Drei Mal pro Woche nahmen sie über einen Zeitraum von zwei Jahren an einer Bewegungserziehung teil. Die Einheiten dauerten jeweils 45 Minuten. Die Kontrollgruppe bestand aus 105 Kindern.

Zu Beginn der Maßnahme wurden bei allen Dreijährigen der Body-Mass-Index, der Blutdruck in Ruhe und während standardisierter Ergometrie sowie die motorischen Fertigkeiten gemessen. Bei den Eingangsuntersuchungen zu Beginn der Maßnahme seien die Ergebnisse der Interventions- und der Kontrollgruppe identisch gewesen, so Ketelhut.

Doch schon nach einem Jahr hätten sich signifikante Unterschiede bei Motorik und Blutdruck der Kinder gezeigt, berichtete die Sportärztin. In der Interventionsgruppe betrug der diastolische Blutdruck in Ruhe durchschnittlich 65,7 mmHg, in der Kontrollgruppe 68,1 mmHg, unter Belastung 62 und 68,8 mmHg.

Bei allen motorischen Tests (seitliches Umsetzen, Standweitsprung und Rückwärtsbalancieren) erzielten jene Kinder, die Bewegungserziehung genossen hatten, signifikant bessere Ergebnisse als die der Kontrollgruppe. Auch anfängliche Unterschiede in Abhängigkeit vom Sozialstatus waren nach der zweijährigen Intervention aufgehoben. Nur hinsichtlich des BMI wurden keine signifikanten Ergebnisse erzielt.

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