Ärzte Zeitung online, 02.06.2017

KRITIS

Kliniken in Zugzwang

Ein Kommentar von Hauke Gerlof

Na endlich! Die zweite Tranche der Verordnung zu kritischen Infrastrukturen (KRITIS), die besonders gegen Cyber-Angriffe geschützt werden müssen, wird noch im Juni in Kraft treten. Das bringt im Gesundheitswesen nicht nur große Kliniken in Zugzwang, sondern auch medizinische Labors, Hersteller bestimmter, lebenswichtiger Medizinprodukte sowie große Arzneihändler.

IT-Sicherheit steht bei Investitionen in Krankenhäusern bislang nicht an erster Stelle. So manche Klinik hat für diese Nachlässigkeit auch bereits viel Lehrgeld gezahlt.

Ob es nun gleich ein Förderprogramm über 10 Milliarden Euro sein muss, um Krankenhäuser besser abzusichern und mit moderner IT auszustatten, wie der Marburger Bund fordert, darüber mögen Experten streiten.

Aber wenn die Länder die Kliniken bei dieser Aufgabe allein lassen – und nicht nur die großen Häuser mit mindestens 30.000 vollstationären Fällen, wie jetzt in der Verordnung vorgesehen – dann machen sie sich bei der nächsten Trojaner-Attacke mitschuldig.

Und welch drastische Folgen das haben kann, hat der "WannaCry"-Angriff vor einigen Wochen in Großbritannien allzu deutlich gezeigt.

Lesen Sie dazu auch:
KRITIS: IT-Sicherheitsgesetz wird scharf geschaltet

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

O-Saft senkt das Gicht-Risiko - und hält schlank

Vom Saulus zum Paulus: Galten Fruchtsäfte einst als gesunde Getränke, verbannen heute sogar manche Schulen die süßen Säfte. Forscher brechen jetzt eine Lanze für Orangensaft. mehr »

Was tun gegen sexuelle Belästigung?

Anzügliche Bemerkungen, obszöne Witze, schlüpfrige Mails bis hin zu Berührungen: Sexuelle Aufdringlichkeit gehört auch in Praxen und Kliniken manchmal zum Alltag. Statt die Belästigungen zu ignorieren, sollten sich Betroffene wehren - dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. mehr »

Prä-Op-Leistungen - Und wer zahlt jetzt das Labor?

Wenn eine Leistung in der anderen enthalten ist, kann sie nicht gesondert abgerechnet werden. Diese Regelung greift unter anderem beim präoperativen Labor. Die Laborreform ändert daran nichts. mehr »