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Kindergesundheit

Augen auf bei Nachwuchs von Müttern mit Typ-1-Diabetes!

Veröffentlicht:

MÜNCHEN. Das Risiko für Übergewicht und Insulinresistenz ist bei Kindern von Müttern mit Typ-1-Diabetes signifikant erhöht, berichten Forscher vom Helmholtz Zentrum München und der Technischen Universität München (Diabetologia 2018, online 14. Juli).

Bislang sei bekannt, dass das Risiko für Typ-1-Diabetes bei Kindern von betroffenen Eltern weit höher ist als in der Allgemeinbevölkerung, erinnert das Helmholtz Zentrum München in einer Mitteilung zur Veröffentlichung der Studie.

"Zudem gab es vereinzelte Hinweise aus Vorgängerstudien, dass Kinder von Müttern mit Typ-1-Diabetes zusätzlich ein erhöhtes Risiko für das metabolische Syndrom tragen, da die zeitweise hohen Blutzuckerwerte im Mutterleib langfristige Auswirkungen auf den Stoffwechsel und das Körpergewicht der Nachkommen zu haben scheinen", wird Privatdozent Dr. Andreas Beyerlein zitiert.

Solide Datengrundlage erwünscht

"Wir wollten diese Diskussion nun auf eine solide Datengrundlage stellen", so der Statistiker und Epidemiologe weiter, der die Studie gemeinsam mit Professor Anette-Gabriele Ziegler, Institut für Diabetesforschung des Helmholtz Zentrums München und Forschergruppe Diabetes e.V., federführend leitete.

Die Forscher haben Daten analysiert, die von knapp 2800 Kindern der Studien TEENDIAB, BABYDIAB und BABYDIET bis zu ihrem 18. Lebensjahr erhoben worden waren.

In den Studien wurden Kinder berücksichtigt, die einen erstgradigen Verwandten mit Typ-1-Diabetes hatten. Den Forschern fiel auf, dass Kinder, deren Mütter vor der Schwangerschaft an Typ-1-Diabetes erkrankt waren, einen signifikant höheren BMI (Body-Mass-Index) hatten als Kinder stoffwechselgesunder Mütter.

"Bei den Teilnehmern der TEENDIAB-Studie", so Andreas Beyerlein, "war das Risiko für ein späteres Übergewicht mehr als doppelt so hoch."

Auch Werte wie Hüftumfang, Nüchternglukosespiegel oder das Risiko für Insulinresistenz waren signifikant erhöht, wenn die Mutter Typ-1-Diabetes hatte. Zuvor hatten die Forscher bereits mögliche Störfaktoren wie sozioökonomischen Status der Mutter oder höheres Geburtsgewicht herausgerechnet.

Signifikante Veränderungen hinsichtlich Stoffwechsel

Um herauszufinden, inwiefern die Unterschiede durch grundlegende Änderungen im kindlichen Stoffwechsel verursacht wurden, erhoben die Forscher von 500 Teilnehmern der TEENDIAB-Studie sogenannte Metabolomics-Daten, wie das Helmholtz Zentrum berichtet.

Tatsächlich konnten sie aber keine durch mütterlichen Typ-1-Diabetes bedingten signifikanten Veränderungen hinsichtlich der Stoffwechselprodukte und –wege aufdecken.

"Unsere Studie belegt, dass Kinder von Müttern mit Typ-1-Diabetes nicht nur ein signifikant höheres Risiko für die Krankheit selbst haben, sondern auch für Übergewicht und Insulinresistenz", fasst Professor Anette-Gabriele Ziegler, eine der federführenden Studienleiter zusammen.

"Daher wäre es ratsam, dass Kinder- und Jugendmediziner diesen Zusammenhang künftig im Kopf haben und frühzeitig auf entsprechende Warnsignale bei den betroffenen Kindern achten."

Die TEENDIAB-Studie beschäftigt sich mit der Entstehung des Diabetes während und nach der Pubertät und berücksichtigt Kinder zwischen sechs Jahren bis zur Vollendung des zehnten Lebensjahres, bei denen bereits ein Familienmitglied an Typ-1-Diabetes erkrankt ist, erinnert das Helmholtz Zentrum München in seiner Mitteilung.

Die TEENDIAB-Kinder wurden bis zum Alter von 18 Jahren begleitet und nachuntersucht. Dabei wurden Umwelteinflüsse wie Ernährung, Bewegung, psychosoziale Entwicklung, Pubertäts- und Gewichtsentwicklung erforscht. Alle Kinder wurden auf Inselautoantikörper untersucht, den Vorboten einer Typ-1-Diabeteserkrankung.

Über 25 Jahre beobachtet

Die BABYDIAB-Studie zähle zu den Vorreiterstudien auf dem Gebiet der Pathogeneseforschung des Typ-1-Diabetes, so das Münchener Zentrum. Mehr als 1650 Kinder von Eltern mit Typ-1-Diabetes würden von Geburt an über einen Zeitraum von inzwischen 25 Jahren beobachtet.

Das Ziel der BABYDIAB-Studie sei es zu ermitteln, wann Inselautoantikörper erstmalig auftreten, welche genetischen Faktoren und Umweltfaktoren ihre Entwicklung beeinflussen und welche Charakteristika der Autoantikörper am stärksten mit der Entwicklung von Typ-1-Diabetes assoziiert sind.

Und die BABYDIET-Studie beschäftige sich mit dem Einfluss von Gluten haltiger Nahrung auf die Entstehung von Typ-1-Diabetes.(eb)

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