Asthma/COPD

COPD zieht den gesamten Körper in Mitleidenschaft

MANNHEIM (bd). Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) wirkt sich nach neuen Studien nicht nur auf die Lunge, sondern auf den gesamten Körper aus. So kommt es zu Entzündungen etwa im Herz-Kreislaufsystem, in den Knochen und Muskeln.

Veröffentlicht: 30.04.2007, 08:00 Uhr

Die Daten belegen: Die Einsekundenkapazität (FEV1) ist einer der stärksten Risikofaktoren für kardiovaskuläre Todesfälle. "Wir wissen, dass diese Erkrankung mit einer hohen Mortalitätsrate einhergeht", so Professor Klaus Rabe aus Leiden. Aber bei den meisten Patienten ist nicht die COPD selbst die Todesursache, so Rabe beim Pneumologen-Kongress in Mannheim. Das habe die TORCH*-Studie ergeben (NEJM 356, 2007, 775).

So stirbt nur ein Drittel der COPD-Patienten direkt an der Lungenerkrankung. Ein Viertel stirbt an kardiovaskulären Ereignissen, ein Fünftel an Krebs. 17 Prozent der Todesfälle hatten andere Ursachen, so Rabe bei dem von Glaxo-SmithKline unterstützten Symposium.

Mit Kombi-Therapie gibt es weniger Klinikeinweisungen

Und noch etwas hat sich bei der TORCH-Studie herausgestellt: Eine Kombi-Therapie mit Salmeterol plus Fluticason senkt bei Patienten mit schwerer COPD die Exazerbationsrate und die Rate der Klinikeinweisungen deutlich. Und die Lungenfunktion bessert sich. Die Sterberate wiederum nimmt ab - wenn auch nicht signifikant (wir berichteten). An der Studie nahmen 6112 COPD-Patienten teil, die eine FEV1 von weniger als 60 Prozent hatten. Die Patienten erhielten entweder eine Fixkombination mit dem inhalativen Kortikosteroid Fluticason und dem langwirksamen Beta-2-Mimetikum Salmeterol (in Deutschland Viani), nur Fluticason, nur Salmeterol oder Placebo.

Exazerbationsrate ist 25 Prozent niedriger

Nach drei Jahren Therapie waren 875 Patienten gestorben. Am niedrigsten war die Sterberate in der Gruppe mit der Kombi-Therapie (12,6 Prozent). In der Placebo-Gruppe starben 15,2 Prozent. Diese relative Reduktion um 17,5 Prozent war jedoch statistisch nicht signifikant. Bei der jährlichen Exazerbationsrate dagegen kam es zu einer signifikanten relativen Reduktion, und zwar um 25 Prozent. Mit der Kombi-Therapie betrug die Rate 0,85, mit Placebo hingegen 1,13.

*TORCH: Towards a Revolution in COPD Health

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