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Corona-Splitter der KW 37/2021

COVID-19-Impfdefizite beim Personal in US-Pflegeheimen

Bei Pflegekräften mit engem Kontakt zu Heimbewohnern sind die Schutzraten gegen COVID-19 in den USA besonders niedrig. Republikanisch dominierte Regionen fallen dabei am stärksten auf.

Anne BäurleVon Anne Bäurle und Wolfgang GeisselWolfgang Geissel und Marco MrusekMarco Mrusek Veröffentlicht:
Welcher ist immunogener – der Corona-Impfstoff von BioNTech oder der von Moderna?

Hohe Ansteckungsgefahr: Die Impfung von Pflegepersonal dient auch dem Schutz von anvertrauten vulnerablen Heimbewohnern.

© Satjawat / stock.adobe.com

Update vom 17. September

In US-Pflegeheimen ist das Personal deutlich seltener geimpft als die Bewohner. Das berichten Forscher von der University of Rochester im US-Staat New York. Sie haben sich Daten aus landesweit 14.900 Heimen von Mitte Juli angeschaut. In dieser Zeit waren im Schnitt 81 Prozent der Bewohner, aber nur 60 Prozent der Mitarbeiter geimpft. Pflegehelfer („certified nursing assistants“) hatten die geringsten Impfraten (49 Prozent) gefolgt von Pflegefachkräften („registered nurses and licensed practical nurses“) (61 Prozent) sowie von Therapeuten (71 Prozent) und Ärzten („physicians and independent practitioners“) (77 Prozent). Im Schnitt noch niedriger waren die Impfraten in Heimen mit „for-profit ownership“ im Vergleich zu „nonprofit“-Einrichungen. Höher waren die Heim-Impfraten in Staaten und Regionen mit allgemein höheren Impfquoten. In Staaten mit überproportional großer Wählerschaft der Republikanischen Partei waren die Impfquoten beim Heimpersonal besonders niedrig (JAMA Intern Med 2021; online 16. September).

Update vom 16. September

Für stillende Mütter sind mRNA-Impfungen sicher. Das berichten Forscherinnen und Forscher von der University of California in San Diego. Sie haben 180 stillenden Müttern je zwei Dosen von Comirnaty® oder Spikevax® verabreicht. Impfreaktionen kamen bei 89 bis 98 Prozent der Frauen vor, wobei Müdigkeit, Fatigue und Kopfweh am häufigsten waren. Ein kleiner Teil der Frauen gab zudem an, dass die Milchmenge nach der Impfung zurückgegangen sei. Bei einem Teil der Kinder (6-10 Prozent) wurden zudem Erregbarkeit, Schlafstörungen und Schläfrigkeit registriert. Insgesamt wurden bei den Müttern weniger Reaktionen registriert als in andern Bevölkerungsgruppen, so die Studienautoren (Breastfeeding Medicine 2021; online 31. August). (nz)

Update vom 15. September

Nach einer Corona-Impfung in der Frühschwangerschaft kommt es nicht zu vermehrten Fehlgeburten. Das berichten Forscherinnen und Forscher vom HealthPartners Institute in Minneapolis (US-Staat Minnesota). Sie haben bei acht Krankenversicherungen die Krankenakten von 105.446 Schwangeren aus der Zeit von Mitte Dezember 2020 bis Ende Juni 2021 ausgewertet. Berücksichtigt wurden dabei Daten für den US-Vaccine Safety Datalink. Danach waren 14,3 Prozent der Frauen mindestens einmal gegen COVID-19 geimpft worden, 13,8 Prozent der Frauen mit einem mRNA-Impfstoff. Ergebnis: Ingesamt kam es bei den Schwangeren zu 13.160 Fällen von Spontanabort bis zur 20. Schwangerschaftswoche. 8,6 Prozent traten bei Frauen 28 Tage nach einer Impfung auf und damit nicht signifikant häufiger als 28 Tage nach einem entsprechenden Indextag bei einer Frau ohne Impfung (8 Prozent). Es gab dabei keine Unterschiede zwischen den Impfstoffen von BioNTech/Pfizer oder Moderna bei den Ergebnissen (JAMA 2021; online 8. September).

Update vom 13. September

Ungeimpfte (inklusive Teilgeimpfte) haben ein 10-fach erhöhtes Risiko für schwere COVID-Verläufe. Das berichten Forscher und Forscherinnen der US-Seuchenbehörde CDC. Sie haben Daten von etwa 600.000 Patienten mit SARS-CoV-2-Infektionen abhängig vom Impfstatus in 13 US-Staaten angeschaut. In den betreffenden Staaten lebt etwa ein Viertel der US-Bevölkerung, die Daten stammten aus der Zeit von Anfang April bis Mitte Juli 2021. Ergebnis: Nach Aufkommen und Dominanz der Delta-Variante Anfang Juni stieg die Rate von Hospitalisierungen und Todesfällen nicht an. Dies spricht für eine weiterhin gute Wirksamkeit der Impfstoffe gegen den Problemerreger, so die Forscher. Allerdings ging der Impfschutz gegen Infektionen jedes Schweregrades von 91 auf 78 Prozent zurück. Insgesamt hatten Menschen ohne (kompletten) Impfschutz im Vergleich zu vollständig Geimpften ein 4,5-fach höheres Infektionsrisiko, ein über 10-fach höheres Risiko für eine Hospitalisierung und ein etwa 11-fach höheres Sterberisiko. „Weit über 90 Prozent der COVID-Patienten in den Krankenhäusern sind nicht geimpft“, wird CDC-Dirketor Dr. Rochelle Walensky zu der Studie in der „New York Times“ zitiert (MMWR Morb Mortal Wkly Rep 2021; online 10. September).

Liebe Leser, wir fassen die Corona-Studienlage wöchentlich zusammen. Eine Übersicht mit allen bereits veröffentlichten COVID-19-Splittern der vergangenen Wochen und Monate finden Sie hier:

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