Im ersten Lebensjahr

Cashews-Allergie könnte sich verhindern lassen

Wenn Kinder früh Cashews essen, könnte das eine Allergie gegen solche Nüsse verhindern - ähnlich wie das bei der Erdnussallergie schon festgestellt wurde. Darauf weisen Ergebnisse einer australischen Studie hin.

Von Ingrid Kreutz Veröffentlicht: 20.07.2020, 14:29 Uhr
Cashews-Allergie könnte sich verhindern lassen

Es könnte sich lohnen, schon früh mit dem Konsum von Cashew-haltiger Nahrung zu starten, um eine Allergie zu vermeiden. (Symbolbild)

© Dron/stock.adobe.com

Parkville. Bei Patienten mit Erdnussallergie lassen sich schwere allergische Reaktionen bis hin zur Anaphylaxie bekanntlich nur durch eine strikte Nahrungsmittelkarenz verhindern. Helfen kann auch die Hyposensibilisierung, aber die Behandlung ist aufwändig und langwierig.

Eine Alternative ist die Allergie-Prävention: In der LEAP-Studie entwickelten Hochrisikokinder seltener eine Erdnussallergie, wenn sie vom ersten Lebensjahr an wöchentlich mindestens sechs Gramm Erdnüsse gegessen hatten (N Engl J Med 2016; 374:1435-1443).

Genau das funktioniert offenbar auch mit Cashewkernen zur Vermeidung einer Allergie, wie eine aktuelle australische Studie nun ergeben hat (J All Clin Immun 2020; online 18. Juli). Auch Cashews können bekanntlich schwere allergische Reaktionen auslösen.

Eltern von Kindern zur Ernährung befragt

Forscher um Dr. Rachel L. Peters vom Murdoch Children‘s Research Institute in Parkville haben nun in einer bevölkerungsbezogenen Studie die Eltern von 5276 Kindern im Alter von zwölf Monaten zu deren Ernährung befragt.

Vor allem wurde auch danach gefragt, ob ihre Kinder vor Vollendung des ersten Lebensjahres bereits Nüsse konsumiert hatten. Dann haben sie untersucht, wie die Allergie-Bilanz bei den Kindern im Alter von sechs Jahren aussah. Um das zu beurteilen, haben sie auch die Ergebnisse von Prick-Tests und Provokationstests herangezogen.

Die Ergebnisse: Bis zum Alter von zwölf Monaten hatten 4,8 Prozent der Kinder (n=140/2925) Cashews konsumiert. Es wurden hierbei nur diejenigen Kinder berücksichtigt, von denen die Daten vollständig waren. Im Alter von sechs Jahren betrug die Prävalenz der Sensibilisierung gegen Cashews 4,8 Prozent, und die Prävalenz der Cashew-Allergie lag bei 3,4 Prozent.

Allerdings: Kein einziges der Kinder, die bis zum Alter von zwölf Monaten Cashews verzehrt hatten, entwickelte eine Allergie im Vergleich zu 3,6 Prozent der Kinder, die in den ersten zwölf Lebensmonaten keine Cashews konsumiert hatten.

Wann soll Cashew-Verzehr beginnen?

Für die australischen Forscher sind ihre Ergebnisse ein erster Hinweis darauf, dass der frühe Verzehr von Cashews die Rate der Cashew-Allergien verringern kann. Unklar sei allerdings noch, wie häufig und in welcher Dosis Kinder Cashews vor dem zwölften Lebensmonat zur Allergie-Prävention verzehren sollten.

Außerdem müsse noch in weiteren Studien geklärt werden, wann mit dem Cashew-Konsum begonnen werden sollte, bemerken die Studienautoren.

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Kommentare
Dr. Thomas Georg Schätzler

Frage an Radio Eriwan:

Warum "müssen" eigentlich Säuglinge und Kleinkinder bereits im ersten Lebensjahr unbedingt Cashew-Kerne und Erdnüsse essen?

Antwort: Damit sie in einem relativ kurzen Nachbeobachtungszeitraum ihres Lebens keine Allergien entwickeln können, pädiatrische Forscher etwas Besonderes zum Publizieren haben und sich die Erwachsenen-Medizin dann im höheren Alter mit völlig unerklärlichen Cashew- und Erdnuss-Allergien herumschlagen muss, die mit diesen Methoden einfach nur auf einen späteren Zeitraum verlegt werden.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund


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