Direkt zum Inhaltsbereich

DNA-Injektion in den Penis läßt potenzschwache Männer hoffen

NEW YORK (mut). Eine einmalige Injektion von etwas DNA in den Penis - und mindestens ein halbes Jahr lang gibt es keine Probleme mehr mit der Potenz. Dieser Traum ist gar nicht so unrealistisch: Die erste Gentherapie gegen erektile Dysfunktion verhalf auf diese Weise zwei Männern wieder zur vollen Manneskraft.

Veröffentlicht:

Das jetzt erstmals in einer Phase-I-Studie geprüfte Verfahren ist sehr einfach: Männer bekommen DNA in den Corpus cavernosum injiziert. Die DNA enthält das Gen hSlo. Es liefert die Bauanleitung für einen endogenen Kaliumkanal, über den die glatte Penismuskulatur entspannt. Dadurch wird eine Erektion erleichtert.

Da die glatten Muskelzellen über den Corpus cavernosum gut erreichbar sind, genügt es, die DNA mit dem Kalium-Kanal-Gen einfach in den Penis zu injizieren, berichten Dr. Arnold Melman und seine Kollegen aus New York ("Human Gene Therapy" 18, 2006, 1165).

Die Gentherapie haben die US-Forscher jetzt erstmals bei elf Männern getestet, die ohne Therapie nicht mehr zum Koitus in der Lage waren. Die Männer erhielten eine einmalige DNA-Injektion mit einer Dosis zwischen 500 und 7500µg und wurden dann sechs Monate lang beobachtet. Ermittelt wurde die Potenz anhand des standardisierten Fragebogens IIEF (International Index of Erectile Function).

Das Ergebnis: Bei einem von zwei Männern mit der höchsten DNA-Dosis wurde die Potenz komplett wieder hergestellt. Sein IEFF-Wert stieg innerhalb von zwei Wochen nach der Injektion von etwa 12 Punkten auf die maximal möglichen 30 Punkte.

Bei einem von drei Männern mit der zweithöchsten Dosis war der Sprung noch größer: Der IEFF-Wert stieg von 2 auf 25 Punkte. Und: Bei beiden Männern blieb der Wert bis zum Studienende nach 24 Wochen erhalten. Bei den anderen Männern verbesserte sich die Potenz jedoch nur gering oder gar nicht. Schwere unerwünschte Wirkungen wurden nicht beobachtet.

Die Studie gibt es online unter www.liebertonline.com/doi/pdf/10.1089/hum.2006.17.ft-266

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Potente Gentherapie

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Luftverschmutzung aufgrund von Feuer, gepaart mit Hitzewellen - da leidet nicht nur die Lunge, sondern auch das Herz.

© Kang / stock.adobe.com

Effekte der Klimaerwärmung

Hitze plus Waldbrandrauch erhöhen kardiovaskuläre Mortalität