Kolorektales Karzinom/Darmkrebs

Darmkrebsvorsorge in Sachsen gut akzeptiert

LEIPZIG (dür). Die Akzeptanz der Darmkrebsvorsorge bei Patienten hat niedergelassene Gastroenterologen in Sachsen überrascht. Sie sei mit 47 896 Vorsorgekoloskopien im Jahr 2004 besser als erwartet und etwa ein Drittel höher als im Bundesdurchschnitt.

Veröffentlicht: 05.04.2006, 08:00 Uhr

Trotzdem müßte die Teilnehmerrate verdoppelt werden, um das Ziel zu erreichen: Der Zahl der jährlich neu an Darmkrebs erkrankten Patienten solle halbiert werden, erläutert der Leipziger Gastroenterologe Dr. Ulrich Wiesenhaken.

Anfänglich vorhandene Kapazitätsprobleme seien inzwischen ausgeräumt. Wer die Vorsorgeuntersuchung wahrnehme, müsse nicht mehr lange auf einen Termin warten, berichtet er. Bundesweit nutzten im Jahr 2004 etwa sechs Prozent der Frauen und 5,3 Prozent der Männer ab dem 55. Lebensjahr die Darmspiegelung.

Die höhere Beteiligung bei Frauen erklärt Wiesenhaken mit zwei Faktoren: Mit der im Vergleich zu Männern positiveren Einstellung zur Gesundheitsvorsorge und mit der sehr guten Unterstützung der Darmkrebsprävention durch Frauenärzte. Um die Teilnehmerquote weiter zu verbessern, appelliert die Fachgruppe an Hausärzte, Patienten Ängste vor der Koloskopie zu nehmen und ihnen die Untersuchung ans Herz zu legen.

"Bei der gegenwärtigen Teilnehmerrate von bundesweit etwa 500 000 Personen pro Jahr werden innerhalb von zehn Jahren etwa ein Viertel der berechtigten Bevölkerung eine Darmkrebsfrüherkennung gemacht haben", erläutert er. "Das ist zu wenig!" Nur wenn die Quote noch erheblich steige, könne die Darmkrebsmortalität deutlich gesenkt werden. Derzeit stürben jährlich bundesweit 30 000 Menschen an Darmkrebs. Dies seien viermal mehr Opfer als im Straßenverkehr zu beklagen seien, sagte Wiesenhaken.

Die Ergebnisse waren in Sachsen fast identisch mit den bundesweiten Werten. Danach wurden bei etwa ein Prozent der Untersuchten Karzinome im Rektum und Kolon diagnostiziert. Bei zwei Drittel dieser Patienten befand sich die Erkrankung in den Tumorstadien I und II.

Mehr zum Thema

Kommentar zur Darmkrebskoloskopie

Qualität als Kontrollkriterium

Einladungsverfahren zum Darmkrebsscreening

Zum Scheitern verurteilt

Kooperation | In Kooperation mit: medizinischen Fachgesellschaften und in der Onkologie aktiven Pharmaunternehmen
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Die EU geht davon aus, dass im Frühjahr zumindest Impfstoff für Risikogruppen und Gesundheitspersonal zur Verfügung stehen könnte.

EU verbreitet Optimismus

Ist der Corona-Impfstoff bald da?

Pflegekräfte versorgen einen Patienten auf der Intensivstation im Operativen Zentrum II des Universitätsklinikums Essen.

COVID-19-Versorgung

Intensivstationen: Das Personal ist der Flaschenhals

Blutgefäß mit Erythrozyten und Sauerstoff-Molekülen: Bei einem kardiogenen Schock kommt es zu einer Schädigung von Endothelzellen, die die innere Gefäßwand auskleiden. Das daraus resultierende „vascular leakage“, also die erhöhte Durchlässigkeit der Gefäße, führt dazu, dass das Gewebe schlechter mit Sauerstoff versorgt wird. Ein neuer molekularer Antikörper soll jetzt die pathophysiologische Kaskade durchbrechen.

Sterberisiko senken

Neuer Therapie-Ansatz bei kardiogenem Schock