DAS SAGT DAS IQWIG

Der Nutzen ist vor allem bei der Kognition belegt

Donepezil, Galantamin und Rivastigmin können den Abbau kognitiver Fähigkeiten bei leichter oder mittelschwerer Alzheimer-Demenz geringfügig verzögern, stellt das IQWiG fest. Für nicht belegt hält es einen Nutzen bei der Lebensqualität und der Vermeidung von Aufenthalten in Pflegeheimen.

Veröffentlicht: 26.04.2007, 08:00 Uhr

Das ist das Resümee aus dem Abschlussbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Geprüft hat das Institut den Nutzen einer Therapie mit Cholinesterase-Hemmern mit Blick auf Patienten-relevante Therapieziele wie kognitive Fähigkeiten, Lebensqualität, Vermeidung von Pflegeheim-Aufnahmen und Mortalität.

Insgesamt hat das Institut 201 Publikationen genauer unter die Lupe genommen, von diesen jedoch nur 48 Publikationen zu 27 randomisierten kontrollierten Studien bei der Prüfung berücksichtigt. Die wesentlichen Schlussfolgerungen des IQWiG daraus sind:

  • Bei der kognitiven Leistung profitieren Patienten mit einer leichten bis mittelschweren Demenz von den drei Cholinesterase-Hemmern Donepezil (Aricept) Galantamin (Reminyl) und Rivastigmin (Exelon). Der Unterschied zu Placebo liegt jeweils bei etwa drei Punkten auf der ADAS-cog-Skala (maximal 70 Punkte).
  • Für alle drei Substanzen gibt es Hinweise auf einen Nutzen bei Aktivitäten des täglichen Lebens. Für Galantamin gibt es zudem Hinweise auf einen Nutzen bei begleitenden psychopathologischen Symptomen.
  • Der klinische Gesamteindruck wird durch alle drei Substanzen gebessert.
  • Es gibt Hinweise für Galantamin, dass es den Betreuungsaufwand senkt.
  • Für einen Nutzen bei der Lebensqualität liegen entweder keine Daten vor oder sie liefern keinen Hinweis auf einen Nutzen.
  • Zur Vermeidung von Heimaufenthalten gibt es keine interpretierbaren Daten.

Alle drei Präparate, so das IQWiG, hätten in Abhängigkeit von der verabreichten Dosis zum Teil erhebliche unerwünschte Wirkungen wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Schwerwiegende unerwünschte Wirkungen seien mit Cholinesterase-Hemmern in den geprüften Studien jedoch nicht öfter aufgetreten als mit Placebo. Auch Hinweise, dass die Medikamente das Leben verkürzen oder verlängern, konnte das Institut nicht finden. Und beim Vergleich der drei Cholinesterase-Hemmer untereinander kann das IQWiG keinen eindeutigen Vorteil für eine der drei Substanzen erkennen.

Der angekündigte Vergleich von Cholinesterase-Hemmern mit anderen medikamentösen oder nicht-medikamentösen Therapien fiel komplett aus. Die Begründung des IQWiG dazu: keine Daten. (eb)

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