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"Diabetiker benötigen Gefäßschutz durch Statin"

KÖLN (nsi). Neue Studien bestätigen: Eine konsequente Lipidsenkung rettet Leben bei Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko. Das gilt auch für Diabetiker. Diese erhalten in Deutschland bislang aber erst selten eine Lipidtherapie.

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Hausärzte sollten bei KHK-Risiko-Patienten das LDL-Cholesterin konsequent auf 100 mg/dl senken, möglichst sogar auf 70 mg/dl. Denn dadurch verlängern sie das Leben der Patienten. Daran wurde zum "Tag des Cholesterins" am 15. Juni erinnert. Zu den Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko zählen auch Diabetiker. Bei ihnen gibt es aber nach Ansicht des Internisten Professor Wilhelm Krone aus Köln weiterhin Versorgungsdefizite. Er verwies dabei auf eine Umfrage, an der sich 6700 niedergelassene Ärzte beteiligt hatten (DÄB 104, 2007, 861).

Die Kollegen meldeten die Daten zur Versorgung ihrer Diabetespatienten anonym an die Untersucher. Von den mehr als 51 000 erfassten Patienten erhielten drei Viertel eine antihypertensive Behandlung, 71 Prozent eine Diätberatung, aber nur ein Drittel bekam Lipidsenker. Ein Viertel der Patienten nahm gegen erhöhte Blutfettwerte Statine ein, ein geringerer Teil Fibrate oder andere Arzneimittel. Insgesamt hatten nur 15,5 Prozent den LDL-Zielwert von maximal 100 mg/dl erreicht.

Mit den Ärzten, deren Patienten den Zielwert nicht erreichten, wurde anschließend Kontakt aufgenommen. "Neun Monate später war der Anteil der Typ-2-Diabetiker, die eine Statintherapie erhielten, nur auf etwa die Hälfte gestiegen, es müsste aber fast jeder Statine erhalten", sagte Krone bei einer Veranstaltung der Lipid-Liga in Köln. Es gebe nur wenige Patienten in dieser Risikogruppe, die ein günstiges Lipidprofil mit hohen HDL-Werten hätten. Die Zahlen machten deutlich, wie weit die Versorgungsqualität in Deutschland von den Empfehlungen der Fachgesellschaften abweiche, sagte Krone.

Dabei hätten Studienergebnisse US-amerikanischer und britischer Forscher erneut bestätigt, wie wichtig eine konsequente Lipidsenkung bei Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko ist, so der Stoffwechselexperte Professor Achim Weizel von der Lipid-Liga. Danach ist in den USA die altersadjustierte KHK-Sterberate seit 1980 von 543 auf jetzt 267 / 100 000 Männer und von 263 auf 134 / 100 000 Frauen zurückgegangen.

Dies sei knapp zur Hälfte auf die Reduktion kardiovaskulärer Risikofaktoren zurückzuführen, davon wiederum zur Hälfte auf eine der Cholesterinsenkung. (NEJM 356, 2007, 2388). Ähnliche Daten zur Reduktion der KHK-Sterblichkeit gebe es auch aus den Niederlanden, so Weizel.

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