Rheuma

Einfache Kriterien stützen Verdacht auf M. Bechterew

AMSTERDAM (hub). Die Verdachtsdiagnose eines Morbus Bechterew (ankylosierende Spondylitis, AS) zu stellen, ist in der Praxis in kurzer Zeit möglich. Ein Verdacht ergibt sich nämlich schon bei wenigen klinischen Befunden.

Veröffentlicht: 23.06.2006, 08:00 Uhr

Darauf hat Professor Joachim Sieper von der Charité Berlin bei einer Veranstaltung von Wyeth Pharma beim EULAR-Kongreß in Amsterdam hingewiesen. Die Diagnose werde bislang oft mit einer Verzögerung von fünf bis zehn Jahren gestellt, erinnerte Sieper. Ursache sei, daß der entzündlich bedingte Rückenschmerz bei AS schwer von anderen Rückenschmerzen abgrenzbar sei.

Sieper erläuterte in Amsterdam, wie niedergelassene Kollegen früh die Verdachtsdiagnose AS stellen können. Ein Verdacht besteht bei chronischem Rückenschmerz seit mehr als drei Monaten, Morgensteifigkeit über 30 Minuten, Wachwerden in der zweiten Nachthälfte, Besserung der Beschwerden durch Bewegung, aber nicht in Ruhe, und wenn Betroffene jünger als 45 Jahre sind.

Von 350 Patienten, die von Berliner Kollegen aufgrund dieser Kriterien in die Charité überwiesen wurden, hatten 45 Prozent eine durch Magnetresonanz-Tomographie bestätigte AS. "Von den Patienten, bei denen der Hausarzt zusätzlich den Marker HLA-B27 positiv bestimmt hatte, hatten fast zwei Drittel (63 Prozent) eine AS", so Sieper.

Diese Trefferquote konnte noch gesteigert werden, wenn ein Therapieversuch mit hoch dosierten NSAR zu einer Reduktion der Symptome führte. Bei AS-Verdacht sollten Patienten rasch zu Rheumatologen überwiesen werden, empfiehlt Sieper. Therapie-Optionen sind NSAR und TNF-alpha-Hemmer wie Etanercept (Enbrel®).

Mehr zum Thema

Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie

Appell an Ärzte, Daten zu COVID-19 und Rheuma zu liefern

Gesellschaft für Rheumatologie

Wegen DRG gibt es zu wenige Rheumatologen

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Was Lachgas mit dem Körper macht

Partydroge

Was Lachgas mit dem Körper macht

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden