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Orale Antidiabetika bei Älteren

FORTA-Liste empfiehlt Gliptine

Die Therapie mit Gliptinen bietet älteren Diabetikern Sicherheit. Die Substanzgruppe wird daher in der FORTA-Liste als einziges orales Antidiabetikum auch in Kombination mit Metformin besonders empfohlen.

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MÜNCHEN-UNTERSCHLEISSHEIM. Ältere Menschen sind in der Regel polymorbide und daraus resultiert eine Polymedikation. "Doch eine solche birgt Risiken wegen der potenziellen Interaktionen", erinnert Professor Martin Wehling vom pharmakologischen Institut der Uni Mannheim. Bei alten Menschen seien außerdem die Pharmakokinetik und Pharmakodynamik vieler Substanzen verändert. Die renale und hepatische Funktion seien vermindert und dies habe Auswirkungen auf den Abbau vieler Arzneien, das heißt es besteht die Gefahr der Kumulation. "Deshalb treten häufiger schwere Nebenwirkungen auf", so Wehling bei der Fortbildungsveranstaltung "Innere Medizin fachübergreifend – Diabetologie grenzenlos".

Besonders gefürchtet sind medikamentös induzierte Verwirrtheitszustände, wie sie auch durch eine antidiabetische Therapie, genauer gesagt durch Hypoglykämien verursacht werden können. Deshalb ist es wichtig, gerade bei Älteren sorgfältig Substanzgruppen auszuwählen, die ein Höchstmaß an Sicherheit bieten. "Im Alter geht Sicherheit vor Wirksamkeit", so Wehling bei der von Berlin-Chemie unterstützten Veranstaltung.

Das orale Antidiabetikum der ersten Wahl auch bei älteren Patienten mit einem Typ 2-Diabetes ist Metformin. "Auch wenn diese Substanz nach neueren Empfehlungen bis zu einer GFR von 30 ml / min eingesetzt werden darf, so empfehle ich Ihnen doch bei älteren Patienten weiterhin die alte Grenze von 45 ml / min einzuhalten", so Wehling. Denn bei älteren Patienten komme es häufig zu einer passageren Verschlechterung der Nierenfunktion, und zwar unbemerkt mit der Folge einer plötzlich auftretenden Laktatazidose.

Um die Sicherheit der medikamentösen Therapie zu verbessern, wurde die FORTA (Fit for the aged)-Liste erarbeitet. Damit werden die Medikamente dahingehend bewertet, ob sie für alte Patienten geeignet sind oder auch nicht. "Wir konnten im Rahmen einer Studie zeigen, dass bei Beachtung dieser Empfehlungen signifikant weniger Nebenwirkungen auftreten", so Wehling. Gliptine wie Sitagliptin (Xelevia®) erhielten als einziges Antidiabetikum die Bewertung A, das heißt sie sind besonders für ältere Diabetiker geeignet, eventuell auch in Kombination mit Metformin (Velmetia®) und zwar vor allem wegen des fehlenden Hypoglykämierisikos. Sulfonylharnstoffe werden dagegen der Gruppe D zugeordnet, das heißt "nicht einsetzen bzw. absetzen". Gleiches gilt auch für die SGLT2-Inhibitoren, weil unter einer solchen Substanz häufiger urogenitale Infektionen auftreten. "Und diese verlaufen bei älteren Menschen nicht selten septisch und auch tödlich", so Wehling. (sti)

Die FORTA-Liste im Web: www.umm. uni-heidelberg.de/ag/forta/FORTA_ Liste_2015_deutsche_Version.pdf

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