Preis der Deutschen Leberstiftung

Forschung zu Immundysfunktion bei Leberkrankheiten ausgezeichnet

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Preisverleihung beim 20. HepNet Symposium (vlnr): Professorin Elke Roeb, Vorsitzende des Stiftungskuratoriums, die Preisträger Dr. Jasper Spitzer und Dr. Carl-Philipp Hackstein, Anika Mörner von Gilead Sciences.

Preisverleihung beim 20. HepNet Symposium (vlnr): Professorin Elke Roeb, Vorsitzende des Stiftungskuratoriums, die Preisträger Dr. Jasper Spitzer und Dr. Carl-Philipp Hackstein, Anika Mörner von Gilead Sciences.

© Deutsche Leberstiftung

Hannover. Für ihre Forschungarbeiten zu einem Mechanismus, der Immunantworten bei Patienten mit chronischen Lebererkrankungen behindert, sind Dr. Carl-Philipp Hackstein von der Technischen Universität München und Dr. Jasper Spitzer vom Universitätsklinikum Bonn mit dem „Preis der Deutschen Leberstiftung“ ausgezeichnet worden. Der Preis wurde am 29. Juni 2024 im Rahmen des 20. HepNet Symposium durch Professorin Elke Roeb, Vorsitzende des Stiftungskuratoriums der Deutschen Leberstiftung, verliehen.

„Die Arbeit von Carl-Philipp Hackstein und Jasper Spitzer konnte unter Nutzung mehrerer anspruchsvoller Tiermodelle und einer humanen Proof-of-Concept-Studie einen wichtigen Mechanismus der Immundysfunktion bei chronischen Lebererkrankungen aufdecken. Konkret zeigte die Studie, dass die bakterielle Translokation bei chronischen Leberschäden beziehungsweise der Leberzirrhose durch einen Typ-I-Interferon-abhängigen Mechanismus zur massiven Ausschüttung von IL-10 aus hepatischen myeloischen Zellen führt, was eingeschränkte T-Zellantworten auf Virusinfektionen beziehungsweise Impfungen verursacht“, erläutert Professor Christian Lange aus München in einer Mitteilung der Deutschen Leberstiftung zur Preisverleihung. Lange gehört ebenso wie Professor Felix Stickel aus Bern und Professorin Andrea Tannapfel aus Bochum dem Gutachterkomitee an, das den Preis vergeben hat.

Die T-Zell-Dysfunktion sei in den letzten Jahren als wichtiger pathogenetischer Faktor fortgeschrittener Lebererkrankungen erkannt worden, da sie chronische Virushepatitiden unterhalte beziehungsweise zur Anfälligkeit für (virale) Infektionen bei der Zirrhose beitrage. Um diese Erkenntnis zukünftig in therapeutische Strategien überführen zu können, sei die Aufdeckung konkreter molekularer Mechanismen essentiell, die zur Immundysfunktion führen, so Lange in der Mitteilung der Stiftung. „Dies, sowie die hohe methodische Qualität der Studie, begründet die hohe Relevanz der Arbeit und unsere Entscheidung, sie durch den Preis zu würdigen.“

Die Arbeit von Carl-Philipp Hackstein und Jasper Spitzer „Interferon-induced IL-10 drives systemic T-cell dysfunction during chronic liver injury“ ist im „Journal of Hepatology“ (2023; 79,1:150–166) erschienen. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 7.500 Euro, das von der Gilead Sciences GmbH, einem Partner der Deutschen Leberstiftung, zur Verfügung gestellt wurde, erhielten die beiden gleichberechtigten Erstautoren der Publikation. (eb)

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