THERAPIE-STANDARD

Große Wirkstoff-Palette sichert Therapie-Erfolg

Die seit zehn Jahren verfügbaren Medikamente für eine hochaktive antiretrovirale Behandlung haben dazu beigetragen, daß Infizierte lange Jahre weitgehend symptomlos leben können. Die Palette an Medikamenten ist inzwischen auf mehr als 20 Mittel gewachsen.

Veröffentlicht:

Die Prognose von HIV-Infizierten hat sich durch die effizientere medikamentöse Versorgung im Vergleich zum Beginn der Pandemie vor mehr als zwei Dekaden drastisch verbessert.

Durch die in den vergangenen zwei Jahrzehnten stetig gestiegene Zahl von Medikamenten gegen den Aids-Erreger HIV ist die Behandlung der Infizierten aber auch komplizierter. Zur Verfügung stehen inzwischen gegen HIV wirksame Medikamente, die vier unterschiedlichen Klassen zugeordnet werden:

  • nukleosid-/nukleotidartige Hemmer der Reverse Transkriptase,
  • nichtnukleosidartige Hemmstoffe der Reverse Transkriptase,
  • Hemmer des Enzyms Protease,
  • Fusions-Hemmstoffe, die das Eindringen von HIV verhindern.

Wann der ideale Zeitpunkt ist, bei asymptomatischen Patienten eine antivirale Therapie zu beginnen, ist durch Studien nicht belegt. Das muß immer individuell zwischen Ärzten und Patienten entschieden werden. Doch sollte die Zahl der T-Helferzellen nicht unter 200 pro Mikroliter Blut fallen.

Das Ziel der Therapie ist es, die Viruskonzentration im Blut unter 20 bis 50 HIV-RNA-Kopien/ml abzusenken. Für eine wirksame Initialtherapie stehen diese Optionen zur Verfügung:

  • Die Kombination eines verstärkten Proteasehemmers mit zwei nukleosidanalogen Revers Transkriptase-Hemmern (NRTI),
  • die Kombination eines nicht nukleosidalen Revers Transkriptase-Hemmers mit zwei NRTI, und
  • die Kombination von drei NRTI.

Es gibt inzwischen mehrere Präparate mit einer fixen Kombination aus zwei antiretroviralen Substanzen gegen HIV und ein Präparat mit drei gegen HIV gerichteten Wirkstoffen.

Beurteilt wird der Verlauf der HIV-Erkrankung anhand der HIV-RNA im Blut und der Zahl der T-Helferzellen. Beide Parameter werden im Abstand von zwei bis drei Monaten bestimmt. Plötzliche Anstiege der HIV-RNA oder ein Abfall der Zahl der T-Helferzellen signalisieren, daß die Therapie überprüft werden sollte.

Nach dem Versagen der primären Therapie ist eine Resistenztestung nötig. (Rö)

Lesen Sie dazu auch: "Wir übernehmen Verantwortung für uns selbst und andere" Aktion "Gemeinsam gegen Aids" stärkt Prävention HIV in Kürze HIV in Zahlen

Mehr zum Thema

Prophylaxe gegen HIV

HIV-Vakzine erzeugt breite Immunantwort

Fünf Möglichkeiten

So wirken HIV-Arzneien

Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Claudia Vollbracht, Humanbiologin und medizinische Wissenschaftlerin beim Unternehmen Pascoe

© [M] Privat; Levan / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wie Vitamin-C-Infusionen bei COVID-19 helfen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pascoe
Das sagt die Wissenschaft: Vitamin C und COVID-19

© Maksim Tkachenko / Getty Images / iStock

SARS-CoV-2 und COVID-19

Das sagt die Wissenschaft: Vitamin C und COVID-19

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nachmittags: das schnelle Telegramm. Am Morgen: Ihr individuell zusammengestellter Themenmix.

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Dr. Thomas Fischbach

© Jocelyne Naujoks / ÄKNo

Interview

BVKJ-Präsident Fischbach: Wir erwarten eine klare Perspektive von der STIKO

3D-Darstellung von Neuronen mit Amyloid-Plaques. Nach wie vor stehen diese Plaques im Zentrum vieler Forschungsarbeiten zu neuen Alzheimertherapien.

© SciePro / stock.adobe.com

Internationaler Alzheimer-Kongress

Hoffnung auf neue Antikörper zur Alzheimer-Therapie