Deutsche Gesellschaft für Infektiologie

Influenzaimpfung ist auch Infarktvorsorge

Für die Prävention eines Herzinfarkts hat die Influenza-Impfung einen ähnlichen Effekt wie ein Rauchstopp, so Experten.

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KÖLN. Die beste Zeit für die Grippeimpfung gegen Influenza sind die Monate Oktober und November, erinnert die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI). Dabei schütze die Vakzine nicht nur vor Influenza, sondern senke auch das Risiko von Folgeerkrankungen. „Für die Prävention des Herzinfarkts hat sie ähnliche Effekte wie der Stopp des Nikotinkonsums oder die Einnahme von Cholesterin- und Blutdrucksenkern“, heißt es in der Mitteilung. Deshalb sollten vor allem Patienten mit Herz- oder anderen chronischen Erkrankungen sowie Menschen ab 60 Jahren gegen Influenza geimpft werden, empfiehlt die DGI.

„Wissenschaftliche Belege machen deutlich, dass die Impfung gegen Influenza gerade bei Herzpatienten ein wesentlicher und selbstverständlicher Bestandteil der Vorsorge sein sollte – dennoch sind die Impfraten bei Risikopatienten leider nach wie vor niedrig“, wird Professor Gerd Fätkenheuer, Vorsitzender der DGI, zitiert.

Auch Menschen, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben, profitieren von der Impfung. Bei Betroffenen, die nach der Infarktbehandlung gegen Influenza geimpft werden, treten seltener kardiovaskuläre Todesfälle ein als bei Nicht-Geimpften. In einer Untersuchung habe dieser Unterschied bei zwei beziehungsweise acht Prozent nach einem Beobachtungszeitraum von sechs Monaten gelegen, berichtet die DGI.

In der Saison 2017 / 2018 war die Grippewelle mit 334.000 bestätigten Fällen ungewöhnlich stark ausgefallen. Dies zeige sich auch in der Auswertung der Übersterblichkeit im Zeitraum der Grippewelle, die das Robert Koch-Institut für den Raum Berlin ausgewertet hat, so die Gesellschaft: Alleine in der Hauptstadt habe es demnach während der letzten Grippewelle 1100 zusätzliche Todesfällen gegeben.

Das Ausmaß der vergangenen Grippewelle lässt sich unter anderem auf einen nur begrenzt wirksamen Impfstoff zurückführen, erinnert die DGI: Er enthielt drei verschiedene Virus-Stämme. Der Großteil der Erkrankungen wurde jedoch von einer im Impfstoff nicht enthaltenen Variante des Influenza B-Virus ausgelöst.

In diesem Jahr empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) einen Vierfachimpfstoff. „Mit der Impfung gegen vier statt drei verschiedene Viren-Stämme können aller Voraussicht nach deutlich mehr Erkrankungen verhindert werden“, betont Fätkenheuer.

Der Vierfach-Impfstoff war in der vergangenen Saison bekanntlich nur als Wahlleistung verfügbar. Aufgrund der aktuellen STIKO-Empfehlung wird dieser in diesem Jahr nun von den Kassen erstattet. (eb/bae)

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