Herzgesundheit

Luftverschmutzung ist schädlich fürs Herz

Es gibt neue europäische Leitlinien zur Prävention von Herzerkrankungen: Die Fachgesellschaften sprechen sich dafür aus, fetthaltige Lebensmittel zu besteuern und finanzielle Anreize für Fitnessstudio-Mitgliedschaften zu schaffen.

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NEU-ISENBURG. Die European Society of Cardiology (ESC) hat zusammen mit neun weiteren Fachgesellschaften neue Leitlinien zur Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen veröffentlicht (Eur Heart J 2016; online 23. Mai).

Die Leitlinienautoren setzten dabei zum ersten Mal einen Schwerpunkt auf bevölkerungsbezogene Präventionsansätze, heißt es in einer Mitteilung der ESC.

"In den letzten 30 Jahren haben wir eine Abnahme der Todesfälle durch Herzkreislauferkrankungen beobachtet" wird Professor Massimo F. Piepoli in der Mitteilung zitiert.

Dies führt der Vorsitzende der Leitlinien-Task Force zum Einen auf eine verbesserte Therapie bei Herzerkrankungen zurück, zum anderen auf einen Rückgang von Hypertonie und Rauchen.

Dieser Trend werde aber teilweise aufgehoben durch den Anstieg von Adipositas und Typ-2-Diabetes sowie durch eine schlechte Adhärenz zu Lebensstiländerungen, so Piepoli.

Forderung: Portionsgrößen verkleinern

Die Leitlinienautoren plädieren unter anderem für stärkere Gesetze, was Ernährung, körperliche Aktivität und Rauchen betrifft.

So fordern sie unter anderen Maßnahmen, um den Gehalt von Salz, gesättigten Fetten und Zucker in Lebensmitteln zu reduzieren und Portionsgrößen zu verkleinert, stark zucker -und fetthaltige Lebensmittel zu besteuern, finanzielle Anreize für Fitnessstudio-Mitgliedschaften zu schaffen und die Vermarktung von E-Zigaretten ebenso einzuschränken wie die herkömmlicher Zigaretten.

Hervorgehoben haben die Autoren laut ESC-Mitteilung auch den schädlichen Einfluss von Luftverschmutzung auf die Herzgesundheit. Sie schlagen vor, die Öffentlichkeit zum Beispiel mithilfe von Apps über die Luftqualität zu informieren.

Neue Empfehlungen gibt es außerdem für Patienten mit Rheumatoider Arthritis, erektiler Dysfunktion und Patienten unter Krebstherapie. Frauen mit Präeklampsie, Frühgeburt, polyzystischem Ovarialsyndrom oder Gestationsdiabetes in der Vorgeschichte sollten auf Bluthochdruck und Diabetes gescreent werden.

Bei der Beurteilung des kardiovaskulären Risikos sollte zudem die Ethnizität berücksichtigt werden, da das Risiko zwischen unterschiedlichen Immigrantengruppen variiere. (grz)

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