BLICK IN DIE ZUKUNFT

Mit Stammzellen gegen Inselzell-Verlust

Mit Erkenntnissen aus der Stammzellforschung versuchen Wissenschaftler, Insulin produzierende Zellen, etwa Beta-Zellen oder Leberzellen, herzustellen.

Veröffentlicht:

Um die Insulin-Produktion wieder in Gang zu bekommen, werden Bauchspeicheldrüsen seit mehr als 20 Jahren - meist in Kombination mit einer Niere - komplett transplantiert. Zwar funktionieren 80 Prozent der fremden Organe noch nach drei Jahren. Doch das ist nicht genug.

Als Alternative wurden bereits bei fast 1000 Patienten weltweit statt des kompletten Organs nur die Insulin produzierenden Inselzellen von Menschen übertragen. Erfahrungen aus Deutschland zufolge funktionieren etwa 80 Prozent dieser Zellen noch nach einem Jahr. Nach fünf Jahren sind aber nur noch zehn Prozent der so behandelten Patienten von Insulin unabhängig.

Eine weitere Alternative soll eines Tages etwa die Transplantation von Insulin produzierenden Zellen werden, die aus adulten Stammzellen des Pankreas gewonnen wurden. Zumindest in Tierversuchen ist die Herstellung solcher Zellen bereits gelungen. Forscher vermuten zudem, dass im Knochenmark Stammzellen vorkommen, die sich zu Insulin produzierenden Beta-Zellen des Pankreas differenzieren können.

Schließlich könnte vielleicht eines Tages die Transplantation von genetisch veränderten patienteneigenen Leberzellen den Insulin-Mangel bei Diabetikern kompensieren. Mit Hilfe von Viren ist es Forschern in Israel bereits gelungen, Leberzellen in Insulin produzierende Zellen zu verwandeln. Bei Tieren ließ sich damit auch ein erhöhter Blutzucker senken.

Schneller umsetzen lassen könnte sich möglicherweise das Konzept, pharmakologisch, etwa mit Inkretin-Mimetika, bei Diabetikern die verbliebenen Beta-Zellen oder deren Vorläuferzellen zu stimulieren und so die Menge der Insulin produzierenden Zellen zu erhöhen. Denn es ist schon einige Zeit bekannt, dass GLP-1 (Glucagon-like peptide 1) die Vermehrung der Zellen fördert. Wie beim Welt-Diabetes-Kongress berichtet wurde, gibt es Hinweise darauf, dass GLP-1-Analoga und Substanzen, die den GLP-1-Abbau bremsen, dazu in der Lage sind. (ple)

Lesen Sie dazu auch:

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Seltene, aber schwere Nebenwirkung

NSAR und Metformin: eine gefährliche Kombination

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3, 17–19]

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

© samunella / stock.adobe.com

Metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom

PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
MRT-Bildgebung und Monitoring

© wedmoments.stock / stock.adobe.com

Plexiforme Neurofibrome bei Neurofibromatose Typ 1

MRT-Bildgebung und Monitoring

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ein todkranker Patient liegt in einem Bett auf der Palliativstation im Krankenhaus.

© ARMMY PICCA / stock.adobe.com

Palliativregisteranalyse

Menschen mit Krebs: Viel Schmerz am Lebensende