Allergien

Mit dem Flugzeug auf Pollenjagd

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MÜNCHEN. Pflanzenpollen und Pilzsporen finden sich überall in der Luft, auch in Höhen über 2000 Metern, berichtet das Helmholtz Zentrum München. Bisher ging man davon aus, dass solche Allergenträger vor allem dort vorkommen, wo sie freigesetzt werden, nämlich in der Nähe des Bodens.

Um Allergiker rechtzeitig auf eine Pollenbelastung vorzubereiten, werden ja mancherorts die Konzentrationen solcher luftgetragenen Allergene erfasst und kommuniziert. Dieser Ansatz hat allerdings einen entscheidenden Haken, erläutert Professor Claudia Traidl-Hoffmann von Instituts für Umweltmedizin am Helmholtz Zentrum München in der Mitteilung des Zentrums: "Die Werte werden derzeit hauptsächlich in dicht bevölkerten, urbanen Gegenden gemessen. Allerdings sind die Pollenquellen häufig außerhalb der Städte zu finden, da dort die Vegetation üppiger ist."

Um eine Datengrundlage für die Verbreitung von Pollen über große Distanzen zu schaffen, untersuchten Forscher, welche Pollen wie oft in den unterschiedlichen Zonen der Atmosphäre vorkommen (Sci Rep 2017; 7: 44535). Dazu sammelten sie Luftproben und zwar sowohl auf Höhe des Meeresspiegels als auch in Höhen von bis zu 2000 Metern – mit Hilfe eines Flugzeugs.

Für die Wissenschaftler bemerkenswert war, dass sich auch in Höhen von 2000 Metern zahlreiche Luftallergene fanden: Kiefern- (Pinus) und Eichengewächse (Quercus) machten hier den Hauptteil der Pollen aus.

"Unsere Ergebnisse widerlegen den weit verbreiteten Mythos, dass Pollen und Pilzsporen in der Außenluft nur von lokalen Quellen stammen und daher auch nur in diesen Gegenden allergische Symptome hervorrufen können", erklärt Traidl-Hoffmann. Die Ergebnisse legten nahe, dass Pollen in Höhen von bis zu mehreren Kilometern vorkommen können, wo sie Aeroallergen-Wolken bilden. Zu erforschen, wie sich die Wolken bilden und bewegen, könnte wichtige Erkenntnisse für die Diagnostik und Prävention allergischer Erkrankungen in städtischen, dicht besiedelten Gegenden bringen.

Die Studie sei zudem ein Hinweis, dass sich der Kontakt mit luftgetragenen Allergenträgern nicht vollständig ausschließen lasse, da sie nahezu überall vorkämen. Entsprechend sei eine Weiterentwicklung der Pollenvorhersagen zentraler Bestandteil einer effektiven Allergie-Prävention. "Denkbar wäre zum Beispiel ein Frühwarnsystem mit Drohnen", schlägt Traidl-Hoffmann vor.(eb)

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