Postinfarkt

Patienten profitieren von verlängerter Prävention

Von Katharina Arnheim Veröffentlicht:

MANNHEIM. In der Akutphase und im ersten Jahr nach Herzinfarkt wurden durch pharmakologische und interventionelle Innovationen erhebliche Fortschritte erzielt. Nachbesserungsbedarf besteht jedoch nach den Worten von Professor Meinrad Gawaz, Universität Tübingen, in den Folgejahren: Bis Ende des dritten Jahres nach Herzinfarkt sterben weiterhin 15-20 Prozent der Patienten.

Als langfristig besonders gefährdet charakterisierte Gawaz bei einer vom Unternehmen AstraZeneca unterstützten Veranstaltung Postinfarkt-Patienten mit zusätzlichen Risikofaktoren wie Multigefäßerkrankung, Niereninsuffizienz oder Diabetes mellitus.

Die Phase-III-Studie PEGASUS-TIMI 54 hat kürzlich mit der verlängerten Sekundärprävention mit Ticagrelor (Brilique®) eine effektive Option für die Prognoseverbesserung dieser Hochrisikopatienten aufgezeigt (NEJM 2015; 372: 1791-1800).

In die Studie wurden 21.162 Patienten mit einem 1-3 Jahre zurückliegenden Herzinfarkt und mindestens einem atherothrombotischen Risikofaktoren (etwa Alter = 65 Jahre, Diabetes, chronische Nierenerkrankung) aufgenommen, berichtete Professor Harald Darius, Vivantes Klinikum Neukölln, Berlin. Sie erhielten in drei Armen randomisiert zusätzlich zu niedrig dosierter ASS Ticagrelor in Dosen von 90 mg oder 60 mg zweimal pro Tag oder Placebo. Der kombinierte primäre Endpunkt beinhaltete kardiovaskulären Tod, Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Nach 36-monatigem Follow-up lag die Ereignisrate unter Placebo bei 9,04 Prozent, unter Ticagrelor bei 7,85 (80 mg) bzw. 7,77 Prozent (60 mg). Dies entspricht einer signifikanten Senkung des relativen Risikos für den primären Endpunkt durch Ticagrelor in der zulassungsrelevanten Dosierung von 60 mg zweimal täglich um 16 Prozent gegen Placebo.

Ticagrelor war Placebo auch bei den Einzelkomponenten des kombinierten Endpunktes und in allen klinisch relevanten Subgruppen überlegen. "Damit besitzt Ticagrelor eine konsistente Wirksamkeit in der prolongierten Therapie von Postinfarkt-Patienten mit hohem Risiko", so Darius. Er plädierte dafür, diese Patienten direkt im Anschluss an die einjährige duale Plättchenhemmung mit ASS plus Ticagrelor 90 mg ohne Therapiepause auf Ticagrelor 60 mg umzustellen. Ticagrelor 60 mg ist seit 1. April 2016 im deutschen Markt erhältlich.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Systematisches Review mit Metaanalyse

Psychische Probleme wohl mit akutem Koronarsyndrom assoziiert

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Umbrella-Review

Welcher Sport bei Depression und Angststörung am besten hilft

Lesetipps
Nahaufnahme der Hände eines Labortechnikers mit einem Röhrchen mit einer Blutprobe darin aus einem Gestell mit anderen Proben.

© angellodeco / stock.adobe.com

Kasuistik

Massiv erhöhter CA-19-9-Wert weckt falschen Krebsverdacht