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Prävention

Schädigt Harnsäure Herz und Gefäße?

Wird Hyperurikämie als Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen unterschätzt? Derzeit gibt es Hinweise für eine Assoziation, aber noch keine Belege für den präventiven Nutzen einer therapeutischen Intervention.

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BERLIN. Während für Risikofaktoren wie Diabetes und Dyslipidämie eine kausale Beziehung zur Entwicklung von Herz-Kreislauf- Erkrankungen gegeben ist, wurde dies für die Hyperurikämie bisher nicht bestätigt. Bei den DGK Herztagen 2016 trug Professor Christian Holubarsch aus Bad Krozingen die Daten zu Harnsäure und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammen. Er berichtete über mehrere epidemiologische Studien, in denen erhöhte Harnsäure-Spiegel mit einer erhöhten kardiovaskulären Sterblichkeit assoziiert waren.

Pathophysiologisch ist dieser Zusammenhang plausibel. Beim Purinabbau werden Sauerstoffradikale frei, O2-Radikale behindern die Vasodilatation. Eine Allopurinol-Behandlung normalisiert eine endotheliale Dysfunktion. Auch bei Herzinsuffizienz sind erhöhte Harnsäurewerte ein ungünstiges prognostisches Zeichen.

Bis dato gibt es aber nur eine randomisierte Studie zum Effekt einer harnsäuresenkenden Therapie mit Oxapurinol auf das Herzkreislaufrisiko. Diese zeigte keinen Unterschied zu Placebo. Entsprechend findet die Harnsäure in den aktuellen Präventionsleitlinien keine Erwähnung. In den ESC-Leitlinien zur Herzinsuffizienz heißt es, dass eine Harnsäuresenkung nicht empfohlen wird, weil weder Nutzen noch Sicherheit erwiesen sind.

Somit bleiben Gicht und Urat-Nierensteine gesicherte Indikationen. Bei Herzerkrankungen ist die Hyperurikämie derzeit ohne therapeutische, wohl aber von diagnostischer Bedeutung, so Holubarsch: Sie signalisiert eine schlechte Prognose. Dies könnte sich aber ändern. Derzeit laufen vier Studien zur therapeutischen Harnsäuresenkung, wobei man sich vor allem von der prospektiven ALL- HEART-Studie neue Erkenntnisse erwartet. (DE)

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