Immunabwehr

Thrombose – T-Zelle bremst Auflösung

Ein Forscherteam aus Mainz konnte zeigen, dass nicht die unspezifische, sondern die spezifische Immunabwehr an der Auflösung von Thrombosen beteiligt ist.

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MAINZ. Forscher der Universitätsmedizin Mainz haben neue Erkenntnisse über die Mechanismen bei der Auflösung von Thrombosen gewonnen, teilt die Universitätsmedizin Mainz (UMM) mit. Die Forschergruppe um Dr. Christian Becker vom Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH) der UMM konnte belegen, dass die Effektor-Gedächtnis-T-Zellen, eine spezialisierte Untergruppe der adaptiven Abwehrzellen, in Thrombosen einwandern und dort eine Entzündung verursachen (Circulation Research 2016; online 5. Oktober). Dadurch verzögert sich die Auflösung des Gerinnsels.

Die Erkenntnisse können wesentlich dazu beitragen, die Mechanismen der Auflösung von Thromben genauer zu verstehen, und bessere Therapien zu entwickeln, heißt es in der Mitteilung. Sowohl für die Bildung als auch für die spätere Auflösung von Blutgerinnseln sind Zellen des Immunsystems verantwortlich.

Tatsächlich stellt die Bildung von Thrombosen einen viele Millionen Jahre alten Abwehrmechanismus gegen Krankheitserreger dar. Dieser kommt bereits in einfachen Organismen vor. Entsprechend glaubte man bisher, dass die in allen Organismen vorkommende, angeborene, unspezifische Immunabwehr die Bildung und Auflösung von Gerinnseln von Zellen steuert.

Im Gegensatz zu einfachen Organismen besitzen alle Säugetiere und somit auch der Mensch neben der unspezifischen Immunabwehr weitere körpereigene "Kampftruppen" von Abwehrzellen. Diese als spezifisch und adaptiv bezeichneten Abwehrzellen sind sehr anpassungs- und leistungsfähig: Sie erkennen die Krankheitserreger sehr viel genauer als die angeborene Immunabwehr. Zudem bilden sie langlebige Gedächtniszellen, die sich lebenslang an diese Erreger erinnern und so vor Erkrankungen schützen. (eb)

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