Neues Coronavirus

Zunehmende Mensch-zu-Mensch-Übertragung

Über Ursprung und Eigenschaften des neuen Coronavirus wird fieberhaft geforscht. Jetzt gibt es neue Erkenntnisse.

Von Anne Bäurle Veröffentlicht: 27.01.2020, 15:34 Uhr
Mitarbeiter eines Krankenhauses in Wuhan werden desinfiziert. Angesichts der starken Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit hat China seine Maßnahmen deutlich verschärft.

Mitarbeiter eines Krankenhauses in Wuhan werden desinfiziert. Angesichts der starken Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit hat China seine Maßnahmen deutlich verschärft.

© Uncredited/CHINATOPIX/AP/dpa

Neu-Isenburg. Das neue Coronavirus 2019-nCoV nutzt wohl denselben zellulären Rezeptor wie das SARS-Virus, um seine Zielzellen zu infizieren, berichten chinesische Forscher (bioRvix, online 23. Januar).

Es handle sich dabei um den Rezeptor ACE2 (angiotensin-converting enzyme 2), wie Versuche mit unterschiedlichen Zelllinien ergeben hätten. „Nach unseren Erkenntnissen könnten Medikamente, die gegen ACE2 gerichtet sind, gegen das 2019-nCoV eingesetzt werden“, schreiben die Wissenschaftler.

Bei Sequenzierung des viralen Genoms stellten sie zudem eine 80-prozentige Ähnlichkeit mit dem SARS-Virus fest, aber auch eine 96-prozentige Ähnlichkeit mit dem Fledermaus-Coronavirus „BatCoV RaTG13“.

Das Virus hätten sie erst kürzlich aus der Fledermaus-Art Rhinolophus affinis (Hufeisenzwischenfledermaus) in der südwestchinesischen Provinz Yunnan isoliert, so die Forscher. Damit ist eine Übertragung von Fledermäusen auf den Menschen sehr wahrscheinlich.

Verdachtsfälle in Deutschland nicht bestätigt

Aktuell wird von 80 Toten und fast 3000 bestätigten Infektionen berichtet, dabei sind mittlerweile neben China elf weitere Länder betroffen. Am Wochenende meldete Frankreich als erstes europäisches Land drei Infektionen. Verdachtsfälle in Deutschland haben sich bisher nicht bestätigt.

Wie bereiten Sie sich in der Praxis auf mögliche 2019-nCoV-Infektionen vor?

Schreiben Sie uns gerne auch mehr unter gp@springer.com
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Wir haben einen extra Infektionsraum und Einmalkittel.
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Übliche Hygienemaßnahmen wurden nochmals intensiviert.
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Im Verdachtsfall erfolgt direkt die Klinikeinweisung.
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Es wurde noch nichts vorgenommen.

Allerdings gibt es bei den ausländischen exportierten Erkrankten bisher keinen Todesfall und auch noch keine Anzeichen für Sekundärinfektionen – anders als in China.

Eine wachsende Zahl der Infektionen scheine hier auf eine Übertragung von Mensch-zu Mensch zurückzuführen sein, berichten Forscher der Universität Rotterdam (N Eng J Med 2020; online 24. Januar).

Nach bisherigen Erkenntnissen bestehe bei 2019-nCoV im Vergleich mit dem SARS-Virus für den Einzelnen zwar ein geringes Infektionsrisiko, allerdings gebe es durch mögliche „Super-Spreader“, also Super-Verbreiter, ein hohes Risiko für eine ganze Population. Inwieweit Super Spreader allerdings tatsächlich zur Verbreitung des Virus beitragen, ist bisher unklar.

Erkenntnisse von den ersten 41 Patienten

In einem Editorial zur Publikation der Rotterdamer Forscher erklärt Dr. Stanley Perlman von der Universität Iowa, da 2019-nCoV nach kürzlich publizierten Daten der ersten 41 Patienten eher Symptome der unteren Atemwege hervorruft und Symptome wie Rhinorrhö, Rhinitis und Pharyngitis nicht auftreten, werde das Virus wohl eher von Patienten übertragen, bei denen die Krankheit bereits diagnostiziert worden sei (N Eng J Med 2020, online 24. Januar).

„Es wird daher vermutet, dass die Transmission stattfindet, wenn sich bereits Symptome einer Erkrankung der unteren Atemwege zeigen“, schreibt Perlman.

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